Auktion: 494 / Klassische Moderne am 07.12.2019 in München Lot 406

 
406
Max Liebermann
Bildnis der Schauspielerin Else Lehmann, 1916.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 12.000 - 15.000
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Objektbeschreibung
Bildnis der Schauspielerin Else Lehmann. 1916.
Öl auf Leinwand.
Eberle 1916/28. Rechts unten mit Signatur und Widmung "Frau Else Lehmann/in Verehrung/M. Liebermann". 53,1 x 42,7 cm (20,9 x 16,8 in).

Mit einer Fotoexpertise von Prof. Dr. Hans-Jürgen Imiela (1927-2005), ehem. Universität Mainz, vom 15. März 1986.

PROVENIENZ: Privatbesitz Else Lehmann, Berlin/Prag.
Deutsches Theater, Berlin (1930, laut Eberle).
Hauswedell & Nolte, Hamburg, Auktion 12./13.6.1981, Nr. 876 (Taf. 41).
Privatsammlung Niedersachsen.

LITERATUR: Das Liebermann-Buch mit 270 Illustrationen von Max Liebermann, hrsg. von Hans Ostwald, Berlin 1930, S. 420 (o. Abb.).
"Wissen Se was - Sie jefallen mir! Mit Ihnen kann man wenigstens anständig reden. Ich schenke Ihnen das Bild!"
Zit. nach M. Liebermann zu E. Lehmann, in: Ostwald 1930, S. 420.

Aufrufzeit: 07.12.2019 - ca. 16.36 h +/- 20 Min.

Essay
Die Berliner Schauspielerin Else Lehmann (27. Juni 1866 Berlin - 6. März 1940 Prag) ist um 1900 wohl die bedeutendste Frauendarstellerin des naturalistischen Theaters in Deutschland. Ihren Durchbruch hat die gebürtige Berlinerin 1889 in der Rolle der Helene Krause in der Uraufführung von Gerhart Hauptmanns "Vor Sonnenaufgang". Otto Brahm entdeckt Lehmann für das Stück an der Freien Bühne und wird auch für ihre weitere Karriere eine maßgebliche Konstante. Ab 1891 hat Lehmann ein festes Engagement am Deutschen Theater, in dessen Foyer das hier angebotene Bildnis später lange Zeit zu sehen ist. Else Lehmann verkörpert fast alle weiblichen Hauptrollen in Dramen Hauptmanns, ist daneben aber auch in Stücken von Arthur Schnitzler und Henrik Ibsen immer wieder als starke Frauenfigur zu sehen. Später folgt sie Otto Brahm, der zwischenzeitlich die Leitung des Deutschen Theaters übernommen hatte, ans Lessingtheater. Aufgrund zunehmender Schwerhörigkeit zieht sich Else Lehmann im Laufe der 1910er Jahre schließlich ins Privatleben zurück. Unklar bleibt, wann Liebermann die berühmte Schauspielerin porträtiert. Ostmann beschreibt in seinem Liebermann-Buch die Begegnung des Künstlers und der großen Schauspielerin, die scheinbar gut miteinander ausgekommen sind. Aufgrund stilistischer Vergleiche sowie anderer Porträtaufnahmen Else Lehmanns datiert Eberle das Werk in das Jahr 1916. [FS]
 


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