Auktion: 498 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 18.07.2020 in München Lot 560


560
Eduard von Grützner
Pfingstrosen, 1902.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 12.000
Ergebnis:
€ 18.750

(inkl. Käuferaufgeld)
Pfingstrosen. 1902.
Öl auf Leinwand.
Balogh 697. Rechts unten signiert. Verso handschriftlich bezeichnet. 48,5 x 38,5 cm (19 x 15,1 in).

• Eines der seltenen Blumenstillleben im Œuvre des eigentlichen Genremalers
• Besonders feinmalerisch ausgeführte Qualität der duftigen Blüten
.

PROVENIENZ: Galerie Heinemann, München (1906 in Kommission aus dem Eigentum des Künstlers, Heinemann-Nr. 2661).
Privatbesitz Berlin.
Ketterer Kunst, München, Auktion 370, 29.10.2010, Los 1172 (mit Abb.)
Privatsammlung (2010 beim Vorgenannten erworben).

LITERATUR: Velhagen & Klasings Monatshefte, September 1904 (mit Abb.).

Neben Carl Spitzweg und Franz von Defregger gehört Eduard von Grützner zu den bekanntesten und erfolgreichsten Genremalern des 19. Jahrhunderts. Nach dem Studium an der Münchner Akademie bei Hermann Anschütz und Carl Theodor von Piloty klingt bereits mit dem Gemälde "Im Klosterkeller" die künftige Thematik seiner Arbeiten an, die ihm auch die Bezeichnung "Mönchmaler" eintrug. Die Freude an der Ausstaffierung seiner Genreszenen mit zahlreichen Dingen des täglichen Lebens, Gebrauchsgegenständen sowie malerischen Requisiten lässt die Frage aufkommen, warum er diesen nicht mehr autonome Bilder widmete. Selbst passionierter Sammler von Kunstgegenständen, Antiquitäten, Gemälden und Naturalien, fanden diese des Öfteren Eingang in seine Kompositionen. Hatte Eduard von Grützner zu Beginn seiner Sammlertätigkeit eine Vorliebe für die deutsche Gotik und Renaissance, begann sich sein Interesse in den späteren Jahren der asiatischen Kunst zuzuwenden, darüber hinaus beschäftigte er sich mit chinesischer Philosophie. Als wichtige Blume in der chinesischen Gartenkunst und beliebtes Motiv des sogenannten "Japonisme" am Ende des 19. Jahrhunderts diente die Pfingstrose oder Päonie bereits zahlreichen impressionistischen Malern wie Edouard Manet und Auguste Renoir als Motiv, bei dem die Luftigkeit des Blütenkopfes zu einer freien Malweise anregt. In Grützners Schaffen haben indes die Blumenstillleben größten Seltenheitswert. Die wenigen bekannten Werke, die um die Jahrhundertwende entstehen, können als stille Gegenstücke zu den humoristisch geprägten Genrebildern gesehen werden. Eine gewisse Üppigkeit und sorglose Opulenz, gepaart mit rustikaler Einfachheit in der Darstellung ist jedoch auch hier zu beobachten. [KT]



560
Eduard von Grützner
Pfingstrosen, 1902.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 12.000
Ergebnis:
€ 18.750

(inkl. Käuferaufgeld)