Auktion: 422 / Alte Meister und Kunst des 19. Jahrhunderts am 22.05.2015 in München Lot 30


30
Heinrich Bürkel
Rauferei vor einem Wirtshaus, Um 1853/1856.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 18.000
Ergebnis:
€ 33.750

(inkl. Käuferaufgeld)
Rauferei vor einem Wirtshaus. Um 1853/1856.
Öl auf Leinwand.
Bühler/Krückl 160. Links unten signiert. 30 x 43,5 cm (11,8 x 17,1 in).
Verso auf Leinwand und Keilrahmen jeweils mit dem österreichischem Stempel "Zentralstelle für Denkmalschutz im Bundesmin. f. Unterricht". Auf dem Keilrahmen handschriftliche Nummer in Schwarz "K 218" sowie weitere Nummerierungen und Etiketten. [CB].

PROVENIENZ: Österreich, wohl Privatbesitz (Ausfuhr des Gemäldes aus Österreich zwischen 1934 und April 1938, siehe verso Stempel der Zentralstelle für Denkmalschutz).
Galerie Almas, Inh. Maria Almas-Dietrich, München (vor Juni 1939).
Privatsammlung Hitler oder Sammlung Reichskanzlei im Führerbau, München (wohl Kauf bei Galerie Almas).
Bergwerk Altaussee, Österreich (Auslagerung 1944).
Central Collecting Point, München (Registrierung am 30. Juni 1945).
Besitz Bundesrepublik Deutschland (Übergabe des Gemäldes von den Alliierten an den Bayerischen Ministerpräsidenten am 10. Juni 1949).
Lempertz, Köln, 472. Auktion, 14. März 1963, Lot 122 (mit sw-Abb. im Kat.).
Weinmüller, Münchener Kunstversteigerungshaus Rudolf Neumeister, Auktion Nr. 98, 1.-3. Dezember 1965, Kat. 160, Lot 1393 (mit Farbabb. im Kat., Tafel 2).
Sammlung Max Geiger.
Beim Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV) und im Bundesarchiv in Koblenz konnten keine Hinweise auf weitere vormalige Eigentümer ermittelt werden. Beim Art Loss Register, London, sowie der Lost Art Koordinierungsstelle, Magdeburg liegen zum Zeitpunkt der Drucklegung des Kataloges keine Ansprüche Dritter vor.

LITERATUR: Ludwig von Bürkel, Heinrich Bürkel (1802-1869). Ein Malerleben der Biedermeierzeit, München 1940, S. 150, Nr. 678.

Die "Rauferei vor der Bergschänke" entsteht Mitte der 1850er Jahre und belegt Bürkels Meisterschaft auf der Höhe seines Könnens. Das Motiv findet sich im Œuvre des Künstlers über die Jahre hinweg immer wieder (vgl. WVZ Bühler/Krückl 155-166) und ist zugleich Teil einer weitaus größeren Werkgruppe. Bürkel wiederholt zwar unzählige Male das Grundmotiv des "Wirtshauses im Gebirge", jedoch kombiniert er es immer wieder mit neuen und individuellen Darstellungen von Jagd- und Festgesellschaften, Preisschießen, Hufschmieden, Rastszenen, Pferdefütterung und dem hier zu sehenden, sehr beliebten humoristischen Motiv der Rauferei. Ebenso variiert der Künstler bei jedem Gemälde stets die Zusammenstellung der zahlreichen Menschen und Tiere sowie den landschaftlichen Hintergrund. Meist jedoch findet sich der Gasthof an den linken oder rechten Bildrand des Gemäldes gerückt, im Zentrum die Personengruppe, wie hier die raufenden Männer, sowie das ankommende Fuhrwerk vor dem Eingang des Hofes. Aufgescheucht herumlaufende Hühner und durch die Rangelei umgestoßene Stühle und Bänke vorne rechts beleben die Szenerie. Im fernen Hintergrund erheben sich die schroffen Felswände der Alpen, darüber mächtige Kumuluswolken.



30
Heinrich Bürkel
Rauferei vor einem Wirtshaus, Um 1853/1856.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 18.000
Ergebnis:
€ 33.750

(inkl. Käuferaufgeld)