Auktion: 351 / Kunst nach 45 am 20.06.2009 in München Lot 177

Markus Prachensky - Solitude


177
Markus Prachensky
Solitude, 1964.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 36.600

(inkl. Käuferaufgeld)
Lot: 177
Markus Prachensky
1932 Innsbruck - lebt und arbeitet in Wien
Solitude. 1964.
Öl auf Leinwand.
Rechts unten signiert und datiert. 165 x 101 cm (64,9 x 39,7 in).
Die Authentizität der Arbeit wurde von Herrn Markus Prachensky mündlich bestätigt.

PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland (von der ehemaligen Frau des Künstlers erworben).

Markus Prachensky wird am 21. März 1932 in Innsbruck geboren. Nach dem Abitur übersiedelt er 1952 nach Wien, wo er ein Architekturstudium an der Akademie der bildenden Künste bei Lois Welzenbacher beginnt. Parallel dazu studiert Prachensky ab 1953 Malerei. Zusammen mit Wolfgang Hollegha, Josef Mikl und Arnulf Rainer gründet er 1956 die Künstlergruppe "Galerie nächst St. Stephan", deren Hauptförderer der bekannte Kunsthistoriker Monsignore Otto Mauer ist. Bereits 1957 wird die Gruppe in einer großen Ausstellung der Wiener Secession vorgestellt und Prachensky wird deren Mitglied. Bei einem Arbeitsaufenthalt in Paris 1958 lernt er u.a. die Künstlerkollegen Jean Arp, Pierre Soulages, Yves Klein und Sam Francis kennen. 1959 findet die erste Aufführung der "Peinture liquide" im Theater am Fleischmarkt in Wien statt und er nimmt an der documenta II in Kassel teil. Anfang der 1960er Jahre hält sich Prachensky für längere Zeit in Berlin und Stuttgart auf, wo 1964-66 die Serien "Rot und Rot - Berlin" sowie die Serie der Solitude-Bilder entstehen. Während die frühen Arbeiten noch streng geometrischen Kompositionen folgen, entwickelt Prachensky seit den 1960er Jahren eine unverwechselbare tachistische, am internationalen Informel orientierte expressive Malweise.
Sowohl in den Solitude-Bildern als auch in den Suicide-Arbeiten scheinen gegeneinander aufgekantete, energiegeladene rote Pinselstriche, welche an Schriftzeichen erinnern, von wuchtigen monochromen Farbflächen zusammengedrängt zu werden. Sind diese bedrohlichen Flächen der Solitude-Folge noch häufig in leuchtenden Grün- oder Orangetönen gehalten, so wird der Ausdruck von Bedrohlichkeit in den Suicide-Bildern auch hinsichtlich der Farbigkeit deutlich gesteigert. Meist wählt Prachensky nun schwere Töne, wie in unserer Arbeit ein dunkles Grün, die Farbe wird auch oft bis zu einem Schwarz-Violett moduliert. Im Zentrum unserer Arbeit scheint die Farbfläche mit dem kraftvollen roten Liniengefüge zu kollidieren, leuchtend rote Farbspritzer breiten sich wie Blut über die dunkle Leinwand aus.
Bis in die Mitte der 1970er Jahre ist Prachenskys Malerei auf Rottöne konzentriert, erst die Eindrücke aus Italien erweitern die Palette um Schwarz und Gelb. Südliche Landschaften werden während der 1980er und 1990er Jahre Kern seiner Zyklen. Von 1983 bis 2000 lehrt Prachensky als Leiter der Meisterschule für Malerei an der Wiener Akademie. Große Retrospektiven finden 1970 im Kunstverein Hannover, 1979 in der Wiener Akademie und 2002 anlässlich seines 70. Geburtstages in der Österreichischen Galerie im Oberen Belvedere statt. 2003 sind Pachenskys Arbeiten in der Wiener Galerie Ulysses und in der Sammlung Essl, Klosterneuburg zu sehen. [JS].

In guter Erhaltung.

EUR: 30.000 - 40.000 DIFF.(19%)
US$: 40.920 - 54.560




177
Markus Prachensky
Solitude, 1964.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 36.600

(inkl. Käuferaufgeld)