Auktion Klassische Moderne in München
Egon Schiele: anstößig oder avantgardistisch?
Schiele

Egon Schiele
Mädchen mit Federboa
Aquarell, Deckfarbe und Kreide, um 1910
43,5 x 30,5 cm (17.1 x 12 in)
Schätzpreis: € 600.000-800.000

München, 2. November 2015, (kk) - Unmoralisch und verwerflich oder freizügig und einfach anders? Was noch Anfang des 20. Jahrhunderts den Künstler in Misskredit brachte, zählt heute zu den großen Meisterwerken des Wiener Expressionismus. Nun kommt Egon Schieles "Mädchen mit Federboa" im Rahmen der Auktion Klassische Moderne / NACH 1945 / Zeitgenössische Kunst vom 3.-5. Dezember 2015 bei Ketterer Kunst in München zum Aufruf.

Die Frontalität und Freizügigkeit des 1910 entstandenen Mädchenakts, gepaart mit einer aggressiven, nichts beschönigenden Farbigkeit widersprachen nicht nur dem damaligen ästhetischen Empfinden, sondern auch den geltenden moralischen Vorstellungen. So war es nicht verwunderlich, dass der Künstler mit dieser Arbeit provozierte. Doch gerade das Jahr 1910 zeigt im Werk Egon Schieles eine große Fortentwicklung der stilistischen Mittel, die sich in der Intensivierung der Farbigkeit und der Stellung der Figuren vor einem frei belassenen Hintergrund ausdrückt. Zu Anfang des Jahres konturiert der Künstler die Figuren seiner Modelle mit kräftigen schwarzen Kohlelinien, während er später zur Verwendung des Bleistifts übergeht und sich stärker den Details von Gesicht und Haar zuwendet. Auch führt gerade die Wahl junger und dementsprechend ungeduldiger Modelle den Künstler zu einer zügigeren und spontaneren Arbeitsweise. Schiele beginnt außerdem um die Jahresmitte, mit Gouachefarben zu experimentieren, die er, wie hier, bevorzugt zur Akzentuierung von Draperien und Stoffen benutzt. Damit steht dieser Akt, der mit € 600.000-800.000 bewertet ist, exemplarisch für die künstlerische Entwicklung Egon Schieles in dieser Zeit.

Weitere Glanzlichter im Bereich der Klassischen Moderne kommen neben Werken von Erich Heckel ("Hügellandschaft", Taxe: € 450.000-550.000), Paula Modersohn-Becker ("Kinder vorm Bauernhaus", Taxe: € 300.000-400.000), Lyonel Feininger ("The Baltic (V-Cloud)", Taxe: € 250.000-350.000), Ernst Barlach ("Der Bettler", Taxe: € 200.000-250.000), Emil Nolde ("Das Meer (Bewegte blaue See mit mächtigen Wogen)", Taxe: € 150.000-250.000), Karl Schmidt-Rottluff ("Stillleben mit Astern-Strauss", Taxe: € 150.000-200.000) und Georg Schrimpf ("Stillende Mutter", Taxe: € 140.000-180.000) u.a. von Otto Dix, Conrad Felixmüller, Karl Hofer, Alexej von Jawlensky, Max Liebermann, Franz Marc, Otto Mueller und Pablo Picasso. Ein ganz besonderes Highlight setzen über 20 Losnummern aus dem uvre Gabriele Münters (siehe separate Meldung).

In der Kunst nach 1945 bestechen neben mehreren im sechsstelligen Schätzpreisbereich angesiedelten Meisterwerken von Günther Uecker, Otto Piene und Heinz Mack (siehe separate Meldung) auch hochkarätige Arbeiten von Gerhard Richter ("Abstraktes Bild", Taxe: € 400.000-600.000), Robert Longo ("Untitled" (Starfield #2), Taxe: € 250.000-350.000), Anselm Kiefer ("Maria im Rosenhag", Taxe: € 250.000-350.000), Sean Scully ("Uist", Taxe: € 200.000-300.000), Shozo Shimamoto (Taxe: € 150.000-250.000), Gotthard Graubner ("Camelionid", Taxe: € 150.000-250.000), Josef Albers ("Study for Homage to the Square", Taxe: € 120.000-150.000) sowie spannende Werke u.a. von Agostino Bonalumi, Günther Förg, Rupprecht Geiger, Roy Lichtenstein, Marino Marini und Sigmar Polke.

An der Spitze der Abteilung Zeitgenössische Kunst stehen neben einer mit € 60.000-80.000 angesetzten Arbeit von Jonas Burgert auch so renommierte Künstler wie Anselm Reyle (Taxe: € 50.000-60.000), Dan Colen ("Gum painting", Taxe: € 50.000-70.000), Jason Martin ("Chaperon", Taxe: € 40.000-60.000), Don Eddy ("Bumper Section VI: Berkeley", Taxe: € 30.000-35.000) und David Schnell ("Pilze", Taxe: € 28.000-32.000).

Vorbesichtigung: 30. Okt.-01. Nov,Ketterer KunstAm Holstenwall 5, 20355 Hamburg* 03./04. NovemberGalerie SchwindFahrgasse 8, 60311 Frankfurt* 09.-11. NovemberKetterer KunstMalkastenstr. 11, 40211 Düsseldorf* 14.-16. NovemberErlengutErlengutstr. 1A, 8703 Erlenbach, CH* 20. -27. NovemberKetterer KunstFasanenstr. 70, 10719 Berlin* 29. Nov.-04.Dez.Ketterer KunstJoseph-Wild-Str. 18, 81829 München** * ausgewählte Werke ** alle Werke

Auktion in München 03.-05. DezemberKlassische Moderne, NACH 1945 und Zeitgenössische Kunst
Ketterer Kunst hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1954 als einer der wichtigsten Kunst- und Buchversteigerer mit dem Stammsitz in München und einer Dependance in Hamburg etabliert. Galerieräume in Berlin und Repräsentanzen in Heidelberg, Düsseldorf und Modena, Italien tragen entscheidend zum Geschäftserfolg bei. Außerdem finden immer wieder Ausstellungen, Sonder- und Benefizauktionen sowie permanente Online-Auktionen unter www.ketterer-internet-auktion.de statt. Robert Ketterer ist Inhaber und Geschäftsführer von Ketterer Kunst.



Presseanfragen: Kundenanfragen:
Ketterer Kunst Ketterer Kunst
Joseph-Wild-Str. 18 Joseph-Wild-Str. 18
81829 München 81829 München
Michaela Derra M.A.
Telefon: 089-55244-152 (Fax: -177) Telefon: 089-55244-0 (Fax: -177)
E-Mail: m.derra@kettererkunst.de E-Mail: infomuenchen@kettererkunst.de