Faszination Orient in deutscher Kunst-Auktion
€ 30.000 für zwei Haremsdamen
Bredt
Ferdinand Max Bredt
Muße der Odalisken - Öl auf fester Malpappe, Ende 19. Jh., 50 x 79,5 cm (19.6 x 31.2 in)
Schätzpreis: € 30.000-40.000
München, 26. März 2012, (kk) Mit Ferdinand Max Bredts Ölgemälde „Muße der Odalisken” kommt am 26. April 2012 ein Meisterwerk der orientalischen Malerei bei Ketterer Kunst in München zum Aufruf.

Züchtig verhüllt sollte die Haremsdame sein und auf keinen Fall aufreizend. Doch trotz der vordergründigen Unschuld der beiden Odalisken, versteht es der Leipziger Maler Ferdinand Max Bredt meisterhaft, allein durch den offenen Blick der Liegenden die Fantasie des Betrachters anzuregen. Die Schätzung für die Ende des 19. Jahrhunderts entstandene Arbeit liegt bei € 30.000-40.000.

Während Edmund Hergers 1882 entstandenes und mit € 40.000-60.000 taxiertes Ölgemälde „Landsknechte verteilen Beutestücke” in herbem Kontrast zu dieser lieblichen Harems-Szene steht, will Franz von Stucks Bronze „Adam und Eva” ganz offensichtlich verführen, denn der Künstler behandelt die biblische Szene als erotisches Thema. Für Adam ist der verheißungsvolle Körper der Eva das eigentliche Objekt der Begierde und der Apfel, die verbotene Frucht des Baums der Erkenntnis, dient lediglich als Metapher. Auch der Betrachter wird verführt: Denn nicht nur die athletische und sinnliche Form der beiden Körper sondern auch die moderate Schätzung von € 30.000-50.000 dürfte ihre Wirkung nicht verfehlen.

Im Gegensatz zur sündig lasziven Eva Stucks steht seine in Bronze gegossene „Amazone”. Hier betont der Künstler weniger den erotischen, sondern vielmehr den athletischen Ausdruck der speerschleudernden Kriegerin. Trotz ihrer Nacktheit strahlt sie auf ganz natürliche Weise Kraft, Selbstbewusstsein und Stolz aus. Die Schätzung für die kleinformatige Arbeit, von der eine monumentale Ausführung seit 1936 vor dem Portikus der Villa Stuck in München steht, liegt bei € 14.000-18.000.

Die Spitze der Abteilung Kunst des 19. Jahrhunderts ist fest in holländischer Hand, kommt doch neben Willem Koekkoeks „Holländischer Stadtansicht” und Cornelis Springers „Am Brunnen vor dem Rathaus von Hildesheim” (Taxe: je € 50.000-60.000) auch eine „Winterlandschaft mit Personen auf dem Eis” (Taxe: € 50.000-70.000) von Andreas Schelfhout zum Aufruf. Dieser zählt um 1850, der Entstehungszeit dieses Werkes, zu den bestbezahlten Künstlern der Niederlande und dies zu Recht, sind doch seine Darstellungen von Schlittschuhfurchen, Rissen und Kratzern ebenso unübertroffen wie die tiefschwarzen Eis-Spiegelungen.

Weitere spannende Arbeiten kommen - neben Hermann Corrodis um 1880 entstandenem Ölgemälde „Nächtlicher Aufstieg am Berg Athos” (Taxe: € 25.000-35.000), Carl Spitzwegs „Grotte mit badenden Nymphen” (Taxe: € 18.000-24.000) und den „Skabiosen” von Henri-Edmond Cross (Taxe: € 14.000-18.000) unter anderem von Albert Flamm, Max Klinger, Adolph von Menzel, Wilhelm Schlesinger und Julius Steinkopf. Komplettiert wird das Angebot von einer kleinen, feinen Sammlung mit Arbeiten von Friedrich Preller dem Jüngeren. Neben zwei Zeichnungen kommen hier ein halbes Dutzend Ölgemälde zum Aufruf. Die Schätzpreise rangieren zwischen € 800 und € 8.000.

Die Abteilung Alte Meister wird von einer „Kreuzigungsgruppe” aus der Werkstatt von Lucas Cranach dem Älteren angeführt. Unter Infrarotreflektografie des um 1510-20 entstandenen Werkes ist eine für die Cranach-Werkstatt typische freie Vorzeichnung des Motives erkennbar. Das 43 x 28,5 cm große Ölgemälde kommt mit einer Schätzung von € 30.000-50.000 zum Aufruf.
Cranach
Lucas Cranach d. Ä. (Werkstatt)
Kreuzigungsgruppe.
Öl auf Holz. Um 1510-20
43 x 28,5 cm (11.2 x 16.9 in)
Schätzpreis: € 30.000-50.000
Für Spannung im Auktionssaal dürfte auch das in der Nachfolge von Pieter I Coecke van Aelsts entstandene Triptychon „Anbetung der Könige” sorgen. Das auch in der architektonischen Inszenierung aufwändige Gemälde entstand wohl Endes des 16. Jahrhunderts und ist mit einer Schätzung von € 20.000-30.000 angesetzt.

Gemeinsam wird Ähnliches für zwei ca. 1785 entstandene Pendants idealisierter sommerlicher Flusslandschaften von Pierre-Antoine Marchais erwartet, die mit je € 12.000-15.000 taxiert sind. Werke des Pariser Künstlers, der Zeit seines Lebens in seiner Geburtsstadt ansässig war, sind u.a. in Museen in Toulouse und in Nantes zu finden.

Während das Gabriele Bella zugeschriebene Ölgemälde „Der Markusplatz in Venedig” mit einer Taxe von € 15.000-20.000 an den Start geht, kommt die gegen Ende des 17. Jahrhunderts entstandene Kopie des von Cristofano Allori geschaffenen Meisterwerkes „Judith mit dem Haupt des Holofernes” mit einem Schätzpreis von € 18.000-24.000 zum Aufruf. Die Arbeit, die den eigenwilligen Kontrast zwischen dem glänzenden, gelben Brokatgewand und den blutleeren Gesichtszügen des Enthaupteten gekonnt in Szene setzt, gibt besonders eindrucksvoll Zeugnis von der Begeisterung, die Alloris Schöpfung im 17. Jahrhundert zuteil geworden ist.

Abgerundet wird das Angebot der Abteilung neben Gaspar Pieter Verbruggens Ölgemälde „Großes Blumenstillleben in einer Bronzevase” (Taxe: je € 12.000-15.000) unter anderem von Grafikarbeiten Agostino Carraccis, Francisco de Goyas, Giovanni Piranesis und Adriaen van Ostades.

Vorbesichtigung:
10.-11. AprilKetterer Kunst Holstenwall 5Hamburg (ausgewählte Werke)
13.-15.AprilKetterer Kunst Fasanenstr. 70Berlin (ausgewählte Werke)
19.-25.AprilKetterer Kunst Joseph-Wild-Str. 18 München alle Werke

Auktion:

26. April   ab 15:00 Uhr   Alte Meister & Kunst des 19. Jahrhunderts
                        Ketterer Kunst Joseph-Wild-Str. 18, München-Riem (Messe)

Ketterer Kunst hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1954 als einer der wichtigsten Kunst- und Buchversteigerer mit dem Stammsitz in München und einer Dependance in Hamburg etabliert. GalerierÄume in Berlin sowie eine ReprÄsentanz in Krefeld tragen entscheidend zum GeschÄftserfolg bei. Außerdem finden immer wieder Ausstellungen, Sonder- und Benefizauktionen sowie Online-Auktionen statt. Robert Ketterer ist Auktionator und Inhaber von Ketterer Kunst.


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