Auktion: 503 / Kunst nach 1945 / Zeitgenössische Kunst II am 17.07.2020 in München Lot 56

 
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Willi Baumeister
Maler und Modell, 1942.
Öl mit Kunstharz auf Karton
Nachverkaufspreis: € 68.000
+
Objektbeschreibung
Maler und Modell. 1942.
Öl mit Kunstharz auf Karton.
Beye / Baumeister 1126. Rechts unten signiert. 45,3 x 53,3 cm (17,8 x 20,9 in).
Verso eine verworfene Komposition. [SL].
• Beliebtes Motiv der Kunstgeschichte
• Als Fotografie im Tagebuch des Künstlers
• Trotz Ausstellungsverbot zwischen 1940 und 1945 schafft Baumeister vielfältige Kunstwerke
.

PROVENIENZ: Kurt Deschler, Ulm.
Galerie Gunzenhauser, München.
Privatsammlung Süddeutschland.

AUSSTELLUNG: Galerie Herbert Herrmann, Stuttgart, 1947 1. Ausstellung, mit Abb. im Kat. (verso mit dem Etikett).

LITERATUR: Will Grohmann, Willi Baumeister - Leben und Werk, Köln, 1963, WVZ Nr. 789.
"Seine Entwicklung blieb immer in starkem Kontakt mit der Kunst aller Zeiten - von Assyrien bis zu Paul Klee, zu Kandinsky, zu Miró und jener aller Länder .."
Fernand Léger

Essay
Das klassische Motiv „Maler und Modell“ zieht sich durch alle Kunstepochen und verbildlicht die besondere Beziehung zwischen dem Künstler und seiner Muse. Willi Baumeister setzt dieses viel adaptierte Sujet in seine ganz eigene Bildsprache um. Er geht seinen eigenen Weg, anfangs noch dem Gegenständlichen verhaftet, entwickelt Baumeister eine immer abstrakter werdende Formensprache. In einer Phase zwischen 1920 und 1933 entsteht die Serie „Maler“, deren Thematik er in „Maler und Modell“ weiterentwickelt unter Wiederaufnahme einiger bereits gefundener Stilmittel. Baumeister arbeitet zeitgleich an verschiedenen Serien, 1942 im Entstehungsjahr von „Maler und Modell“ beschäftigen ihn u.a. die berühmten afrikanischen Bilder und die Gilgamesch Serie. Unser Werk steht singulär im Oeuvre des Künstlers und kann keiner bestimmten Reihe zugeordnet werden. Ein Anliegen in diesen Jahren ist die Entwicklung eines Raums ganz aus der Farbe und Form heraus, ohne perspektivische Tiefenstruktur. Der Bildraum ist eine schwarze und weiße Bildhälfte geteilt, die das Bildpersonal klar voneinander abgrenzt. Gleich dem Yin und Yang Zeichen stehen sich der Maler und sein Modell gegenüber. Sie bilden eine Komposition von harmonisch ineinander greifenden positiv- und negativ Formen. Die eine Form antwortet der anderen im Gegensinn – das Helle dem Dunklen, das Massive dem Zarten. Die Figuren sind stark stilisiert und in eine männliche und weibliche Formensprache übersetzt. Der Maler raumgreifend präsent, in großflächig angelegten Formen und dunklen Farben. Das Modell grazil posierend, in filigranen Formen und leichten Farben. Die menschliche Figur wird von Baumeister umstrukturiert und in den abstrakten Bildaufbau eingebunden. Gegenständliches und Abstraktion vermischen sich miteinander und gehen eine denkbar glückliche Symbiose ein. (SM)
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Willi Baumeister "Maler und Modell"
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