Auktion: 500 / Evening Sale am 17.07.2020 in München Lot 268

 
268
Paul Klee
Drei in Verworrenheit, 1930.
Farbige Kreidezeichnung auf Papier, original au...
Schätzung:
€ 40.000
Ergebnis:
€ 50.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Drei in Verworrenheit. 1930.
Farbige Kreidezeichnung auf Papier, original auf Unterlagekarton montiert.
Klee 5270. Oben mittig signiert. Auf dem Unterlagekarton unten mittig datiert, betitelt und bezeichnet. 20,7 x 22,2 cm (8,1 x 8,7 in). Unterlagekarton: 32,5 x 33,5 cm (12,7 x 13,1 in).
[JS].
• Wunderbares Zeugnis von Klees leichthändigem künstlerischen Spiel im Grenzbereich zwischen Figuration und Abstraktion.
• Figürlicher Ausgangspunkt für zwei rein abstrakte Zeichnungen Klees aus dem Jahr 1931 (San Francisco Museum of Modern Art / Privatbesitz Japan).
• Weitere Zeichnungen aus dem kleinen Werkkomplex der "Linien-" oder "Bänderfiguren" befinden sich in der Sammlung der Paul-Klee-Stiftung des Kunstmuseums Bern
.

PROVENIENZ: Galerie Thomas, München.
Privatsammlung Rheinland.

LITERATUR: Will Grohmann, Paul Klee. Handzeichnungen 1921-1930, Potsdam/Berlin 1934, Nr.61.
Kunsthaus Lempertz, Köln, Auktion 3.12.1960, Nr. 222, mit Abb.
"Geschickt wie ein Seiltänzer [..] balanciert er [Klee] zwischen den beiden scheinbar unvereinbaren Welten der Abstraktion und der Gegenständlichkeit."
Anna Szech, Fondation Beyeler, zit. nach:Paul Klee - Die abstrakte Dimension, Berlin 2017

Essay
Scheinbar schwerelos wie ein Seiltänzer agiert Klee zwischen Abstraktion und Figuration. Anders als Kandinsky, den Klee bereits Anfang der 1910er Jahre kennenlernt und der ihn als künstlerischer Weggefährte, Freund und Konkurrent über die gemeinsame Zeit des "Blauen Reiters" und des Bauhauses begleitet, hat Klee seinen stark abstrahierten Kompositionen und seinen Quadratbildern der 1920er Jahre meist gegenständliche Titel gegeben. Klee spielt gekonnt mit gegenständlichen Assoziationen und Wahrnehmungsphänomenen, wenn er etwa 1930 eine Arbeit aus leuchtend bunten Rechtecken und Quadraten ohne jegliche Perspektive "Der blühende Garten" nennt. Während Kandinskys radikaler Weg in die Abstraktion bei vielen Zeitgenossen Ablehung hervorrief, gelang es Klee auf diese Weise Brücken zu bauen. Klees Schöpfungen, die uns durch ihr Schwingen zwischen Abstraktion und Figuration in eine neue, künstlerische Realität entführen, überzeugen noch heute durch ihre spielerische Leichtigkeit und Poesie. Die Zeichnung "Drei in Verworrenheit" ist ein besonders schönes Beispiel für diese Experimentierfreude Klees in den Grenzbereichen zur abstrakten Kunst, da Klee von ihr ausgehend schließlich 1931 mit den Reisfederzeichnungen "Nach `Dreier Verworrenheit'" (Klee 5436, San Francisco Museum of Modern Art) und "Frei nach `Dreier Verworrenheit`" (Klee 5437, Privatbesitz Japan) zwei komplett abstrakte Kompositionen entwickelt hat, ohne sich daraufhin jedoch dauerhaft von seinem meisterlichen Spiel mit Figuration abzuwenden. [JS]
268
Paul Klee
Drei in Verworrenheit, 1930.
Farbige Kreidezeichnung auf Papier, original au...
Schätzung:
€ 40.000
Ergebnis:
€ 50.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)