Auktion: 495 / Kunst nach 1945 / Zeitgenössische Kunst am 07.12.2019 in München Lot 300

 
300
Markus Lüpertz
Serie über Courbet, 1984.
Öl
Schätzpreis: € 20.000 - 30.000
+
Objektbeschreibung
Serie über Courbet. 1984.
Öl auf Karton.
Rechts unten und rechts oben monogrammiert. Verso signiert, betitelt und mit Richtungspfeil. 113 x 83 cm (44,4 x 32,6 in) , inklusive Original-Künstlerrahmen.

Die Authentizität der vorliegenden Arbeit wurde vom Atelier Markus Lüpertz bestätigt.

PROVENIENZ: Privatsammlung Rheinland-Pfalz.

Aufrufzeit: 07.12.2019 - ca. 15.41 h +/- 20 Min.

Essay
Markus Lüpertz’ Œuvre steht für eine bewusste Auseinandersetzung mit den Traditionen der Kunstgeschichte. Er proklamiert nicht das Ende der Malerei, sondern findet auf der Basis seiner intensiven Auseinandersetzung mit den Werken verschiedener Epochen zu Neuinterpretationen. In der ersten Hälfte der 1980er Jahre wird die zunehmende Abstraktion in Lüpertz’ Werk zugunsten einer neuen Gegenständlichkeit unter Verwendung kunsthistorischer Zitate und Versatzstücke aufgegeben. In diesem Zusammenhang entsteht eine Folge zu Gustave Courbet, mit dessen Werk er sich intensiv beschäftigt. In dieser "Serie über Courbet" greift er Landschaftsdarstellungen des bedeutenden französischen Naturalisten auf und erweitert sein Repertoire damit um das poetisch-stille Landschaftsbild romantischer Prägung, das er in seine charakteristische Bildsprache einer ungegenständlichen Gegenständlichkeit überführt. Bereits seit Ende der 1960er Jahre gehören Melonen ebenso wie Dächer, Mauern, Wäscheleinen oder Knochen zu den wohl bekanntesten gegenständlichen Versatzstücken, die Lüpertz in seinen Kompositionen mit abstrakten Farbflächen zu dem scheinbaren Paradoxon einer abstrakten Gegenständlichkeit zusammenführt. Doch Lüpertz sucht gerade nicht nach einer realistischen Wiedergabe des Gegenstandes, vielmehr erscheinen ihm die beiden künstlerischen Pole von Abstraktion und Realismus zunehmend ausgereizt und unergiebig, weshalb er das Paradoxon einer ungegenständlichen Gegenständlichkeit künstlerisch umzusetzen versucht. Durch die konsequente Reduktion auf meist monochrome Farbflächen und einfachste Volumina lässt Lüpertz unsere Wahrnehmung zwischen abstrakten Farbwelten und Gegenstandseindruck oszillieren. Er erschließt uns auf diese Weise eine seltsam entrückte Dingwelt, die durch die Verfremdung des Gegenstandes Raum für freie Assoziationen schafft. [JS]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Markus Lüpertz "Serie über Courbet"
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