Auktion: 494 / Klassische Moderne II am 07.12.2019 in München Lot 119001428

 
119001428
Karl Hofer
Sommerabend, 1950.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 40.000 - 60.000
+
Objektbeschreibung
Sommerabend. 1950.
Öl auf Leinwand.
Wohlert 2269 (B). Links unten monogrammiert (in Ligatur) und datiert. 100,8 x 82 cm (39,6 x 32,2 in).

Weitreichende Ausstellungshistorie.
Äußerst typische Figurendarstellung in besonders ausgearbeiteter szenischer Umgebung
.

PROVENIENZ: Sammlung K. Brandes, Berlin.
Privatsammlung Rheinland.
Privatsammlung Niedersachsen (2002 vom Vorgenannten erworben).

AUSSTELLUNG: Karl Hofer, Galerie K. Hielscher, München, Juli 1958.
Kunst des 20. Jahrhunderts aus Berliner Privatbesitz, Haus am Waldsee, Berlin, 1.2.-6.3.1960, Kat.-Nr. 52 (mit Farbabb.).
Sammlung B (Kurt Brandes) 1930-1960, Städtisches Museum Wiesbaden/Nassauischer Kunstverein, Künstlerhaus Wien und Heidelberger Kunstverein, 25.8.-8.10.1961.

LITERATUR: Karl Hofer. Aus Leben und Kunst, Berlin 1952 (mit Farbtafel nach Abb. 56).
Kunsthaus Lempertz, Köln, 467. Auktion, 1./2.12.1961, Kat.-Nr. 251, S. 47 (farb. Titelbild des Katalogs).
Weltkunst, H. 22, 31.1961, 15.11.1961, S. 21 (mit Abb.).
Ida Katherine Rigby, Karl Hofer, New York 1976, S. 266 f.
Hermann Raum, Die bildende Kunst der BRD und Westberlins, Leipzig 1977, S. 28.
Villa Grisebach Auktionen, 104. Auktion, Ausgewählte Werke, 29.11.2002, Lot-Nr. 81.

Essay
"Der Künstler hat Ausdruck seiner Zeit zu sein in überzeitlicher Gestaltung.", schreibt Karl Hofer 1949, ein Jahr vor der Entstehung des hier angebotenen Werkes (zit. nach: Ausst.kat. Karl Hofer. Exemplarische Werke Sammlung Hartwig Garnerus, München/Schwerin/Kassel 1999-2000, S. 11.). Die Kunst in Einklang mit dem gerade herrschenden Zeitgeist zu bringen ist eine der wichtigsten Bestrebungen des Künstlers. An den befreundeten Künstler Gerhard Marcks schreibt er im März 1947: "Sie müssen selbst fühlen, dass für vieles und Wesentliches, was wir heute zu sagen und auszudrücken haben, dieses Medium der Schönheit, der seelischen Indifferenz sich nicht mehr eignet. [..] Natürlich muss eine neue Art des malerischen Ausdrucks gefunden werden, und darum, glaube ich, habe ich mich bemüht." (zit. nach: Ebd., S. 63). Seine Erfassung des gesellschaftlichen Umbruchs der Nachkriegszeit und dessen Einarbeitung in seine Kunst führt dazu, dass man Hofer heute als einen der "letzten großen klassischen Menschenbildner" des 20. Jahrhunderts bezeichnet (ebd., S. 12). Seine hintergründigen, oft introvertiert, verträumt oder melancholisch anmutenden Figurendarstellungen sind jedoch nicht nur Abbild ihrer Entstehungszeit, sondern enthalten auch aufgrund ihrer reduzierten Motivik und klaren Darstellungsformen eine Zeitlosigkeit, die sie aus der alltäglichen Realität herausgelöst und für den Betrachter jeglichen Jahrzehnts und Jahrhunderts ganz unmittelbar erfahrbar macht. [CH]
 


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