Auktion: 494 / Klassische Moderne am 07.12.2019 in München Lot 520

 
520
Helmut Kolle gen. vom Hügel
Le cuisinier et le coq, Um 1924/ 1925.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 18.000 - 24.000
+
Objektbeschreibung
Le cuisinier et le coq. Um 1924/ 1925.
Öl auf Leinwand.
Links oben signiert "Hügel". 41 x 27 cm (16,1 x 10,6 in).

PROVENIENZ: Wohl Sammlung Wilhelm Uhde, Paris.
Privatsammlung Schweiz/Frankreich (seit den 1940er Jahren in Familienbesitz).
Privatsammlung Süddeutschland (von Vorgenannter erworben).

AUSSTELLUNG: De Picasso à Séraphine - Wilhelm Uhde et les Primitifs Modernes, Musée d’art moderne, d’art contemporain et d’art brut, Lille, September 2017, S. 147, Nr. 59.
Tapetenwechsel 2.04, Schwulenmuseum Berlin, 2.5.-25.6.2018.

Aufrufzeit: 07.12.2019 - ca. 18.31 h +/- 20 Min.

Essay
Das Spektrum der Bildinhalte von Helmut Kolle ist eng gesteckt. Nahezu ausschließlich hat er Porträts gemalt, und darunter mehrheitlich solche von jungen kräftigen Männern. Selbst mit einer labilen Gesundheit lebend, scheint Kolle in der Darstellung junger kräftiger Männer ein erträumtes Ideal von Männlichkeit gesehen zu haben, das er selber nie erreichte. So bevölkern Matrosen, Soldaten und Toreros seine Gemälde, Figuren die vor Kraft und Tatendrang strotzen. Immer wieder stellt sich Kolle in seinem Werk selbst dar, doch ist davon auszugehen, dass über die ausgewiesenen Selbtsbildnisse hinaus in den meisten seiner Figurendarstellungen er selbst zu finden ist. In seinem malerischen Werk probiert er sich aus, er identifiziert sich stark mit seinem Bildpersonal. Seine Werke sind aber auch Spiegel ihrer Zeit in der sie entstehen. Von 1922 bis 1924 lebt er in Berlin, bevor er mit Wilhelm Uhde nach Paris übersiedelt. Hier studiert er die Alten Meister im Louvre und lernt in den Galerien die zeitgenössiche französische Kunst kennen. Vielleicht trifft er in Paris auch auf Werke von Chaim Soutine. Der schaffte mit dem Werk "Le pâtissier au mouchoir rouge", ebenfalls das Porträt eines Kochs, den künstlerischen Durchbruch nachdem Paul Guillaume das Werk 1923 erwirbt und in der Zeitschrift "Les Arts à Paris" darüber berichtet. Kolle, der den wichtigsten Teil seines kurzen Lebens in Frankreich verbrachte, wird definitiv von der französischen Kunst seiner Zeit beeinflusst. Er verarbeitet diese Einflüsse jedoch in einer sehr eigenen Sichtweise. Der Monumentalität seiner Protagonisten ist eine introvertierte Melancholie zur Seite gestellt, die den besonderen ästhetischen Reiz dieser Gemälde ausmacht. Wilhelm Uhde, der langjährige Freund und Mentor von Helmut Kolle, beschrieb es 1947 in einem Artikel für die "Umschau" so: "Es ist das seltene und schöne Beispiel einer vollkommenen Synthese dessen was sowohl am deutschen wie am französischen Geiste auffallend und bewundernswert ist. Es ist eine Synthese von deutschem Inhalt und französischer Form." (zit. nach: Philippe Chabert, Helmut Kolle . aktueller denn je, in: Ausst.-Kat. Helmut Kolle, der Frühvollendete, Galerie Gunzenhauser, München 1996, unpag.). [SM]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Helmut Kolle gen. vom Hügel "Le cuisinier et le coq"
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