Auktion: 490 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 22.11.2019 in München Lot 119001078

 
119001078
Wilhelm Trübner
Mädchen mit viereckigem Halsausschnitt, 1876.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 2.000 - 3.000
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Objektbeschreibung
Mädchen mit viereckigem Halsausschnitt. 1876.
Öl auf Leinwand.
Rohrandt G 39 (dort mit abweichenden Maßangaben). Rechts oben signiert und datiert. 62,6 x 44,7 cm (24,6 x 17,5 in).

Wir danken Herrn Dr. Klaus Rohrandt, Kiel, sowie Herrn Dr. Mathias Listl, Kunsthalle Mannheim, für die freundliche wissenschaftliche Beratung.

PROVENIENZ: Sammlung Pagenstecher, Wiesbaden, mind. 1917 bis mind. Januar 1936.
Galerie am Lenbachplatz, Friedrich H. Zinckgraf, München (verso auf dem Keilrahmen mit dem Galerieetikett, dort handschriftlich in Tinte nummeriert "25399", [nach] 1941).
Privatsammlung USA.

AUSSTELLUNG: Trübner-Ausstellung anlässlich des 60. Geburtstages, Kunstverein, Karlsruhe 2.2.-2.3.1911, Nr. 67.
Maler und Bildhauer in den Ländern am Rhein, Neues Museum, Wiesbaden 27.8.-26.11.1922, Nr. 311 (aus der Sammlung Pagenstecher).
Trübner-Gedächtnis-Ausstellung, Kunsthalle Basel 16.1.-13.2.1927, Nr. 36.
Maler der Westmark von Kobell bis Slevogt, Städtische Kunsthalle, Mannheim 1.12.1935-12.1.1936, Nr. 103.

LITERATUR: In Auswahl:
Julius Elias, Trübner, in: Kunst und Künstler 14, 1916, S. 187-200, hier Abb. S. 190.
Maximilian Milden, Aus einer Privatsammlung im neuen Museum zu Wiesbaden, in: Die Kunst für Alle 32, 1917, S. 302-315, hier Abb. S. 306.
Joseph August Beringer, Trübner. Des Meisters Gemälde in 450 Abbildungen, Stuttgart und Berlin 1917, Abb. S. 80.
Georg Jacob Wolf, Leibl und sein Kreis, München 1924, Abb. S. 66 ("Weiblicher Studienkopf").

Essay
In vibrierenden Pinselstrichen arbeitet Trübner aus dem tiefschwarzen Dunkel des Hintergrundes das Konterfei eines ernst dreinblickenden jungen Mädchens mit dunklem Fransenpony heraus. Gekleidet in ein dunkles, mit dem Hintergrund verschmelzendes Gewand, liegt das Hauptaugenmerkt ganz auf dem hellen Gesicht des Mädchens. Ein weißer Rüschenkragen im viereckigen Halsausschnitt ihres Kleides funiert als eine Art innerbildlicher Rahmen. Deutlich spürbar ist hier der Einfluss des Leibl-Kreises mit seiner expressiven alla-prima-Malerei, die sich in der künstlerischen Entwicklung Trübners ab den 1870er Jahren gegen die akademische Tradition mehr und mehr durchsetzt. Laut dem Leibl-Experten Georg Jacob Wolf geht es Trübner bei dem hier angebotenen Bildnis weniger um die Porträtmäßigkeit der Darstellung als um die Umsetzung eines spezifischen Typs, der sich im Leibl-Kreis großer Beliebtheit erfreute. [FS]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Wilhelm Trübner "Mädchen mit viereckigem Halsausschnitt"
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