Auktion: 467 / Kunst nach 1945 II am 08.06.2018 in München Lot 576

 
576
Markus Lüpertz
Othello Szene 1, Vor 1996.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 40.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Othello Szene 1. Vor 1996.
Öl auf Leinwand.
Rechts oben monogrammiert. Verso signiert und betitelt "Othello Szene 1", zudem auf dem Keilrahmen mit Richtungspfeil und Brandstempel-Monogramm. 81 x 100 cm (31,8 x 39,3 in).
Im Original-Bleirahmen.

Mit einer Fotobestätigung des Künstlers o. J. (in Kopie).
Die Authentizität der vorliegenden Arbeit wurde vom Atelier Lüpertz bestätigt, dem wir für die freundliche Unterstützung danken.

PROVENIENZ: Galerie Thaddaeus Ropac, Salzburg und Paris
Privatsammlung Deutschland.

AUSSTELLUNG: Markus Lüpertz – Othello, Ausst.-Kat. Galerie Thaddaeus Ropac, Salzburg und Paris, 1996.

Essay
Bereits 1983 hat Markus Lüpertz, einer der prominentesten deutschen Vertreter der figürlichen Malerei in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, seinen künstlerischen Arbeitsprozess mit den folgenden, treffenden Worten beschrieben: "Der Fleck fängt an zu leben. Er wird eine Gestalt, er wird eine Form, er wird eine andere Farbe, er wird eine Auseinandersetzung, er wird plötzlich eine Erinnerung, er wird eine Antwort auf ein existierendes Bild, er kann auf Pollock reagieren, er kann es auf Picasso tun, er kann auch was ganz neues werden. Er kann was Zufälliges und was Bestimmtes werden. Für was ich zuständig bin, ist lediglich meine Methode und meine Intensität." (zit. nach: Markus Lüpertz, Gemälde – Skulpturen, Düsseldorf 1996, S. 160). Im vorliegenden Gemälde hat sich der erste Farbfleck auf der Leinwand hin zu einer bühnenartigen Komposition entwickelt, in der sich drei aus figürlichen Kürzeln gewonnene Charaktere entgegenstehen, die – dem Titel der Arbeit entsprechend – Parallelen zu den Protagonisten des Shakespeare-Dramas "Othello" erkennen lassen. Für Lüpertz' Kompositionen jedoch ist dieser narrative Kontext nicht existenziell, sie bedürfen – wie im vorliegenden Fall – eines solchen keinesfalls zwingend, sondern generieren allein aus der Farbe und Form heraus ihre Existenzberechtigung. Das vorliegende Gemälde ist ein besonders schönes Beispiel von Lüpertz' impulsiv-gestischer Malerei, die sich niemals vollkommen vom Figürlichen löst und doch durch die Integration abstrakter oder zumindest stark abstrahierter Elemente ihre einzigartige Präsenz und Intensität gewinnt. [JS].
576
Markus Lüpertz
Othello Szene 1, Vor 1996.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 40.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


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