Auktion: 460 / Contemporary Art am 09.12.2017 in München Lot 749

 
749
Anselm Reyle
Ohne Titel, 2004.
Mischtechnik
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 33.750

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Ohne Titel. 2004.
Mischtechnik . Acryl und Folie auf Leinwand.
Verso auf der umgeschlagenen Leinwand signiert und datiert. 135 x 114 cm (53,1 x 44,8 in).
[CB].

PROVENIENZ: Privatsammlung Hessen.

"Jemand, der sich sein Bild danach aussucht, ob es über sein Sofa passt, wird ja als Banause bezeichnet, als Dilettant. Warum eigentlich?"
Anselm Reyle, zit. nach: Künstler - Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, 106/12, 2014

Essay
Anselm Reyle bewirbt sich nach Schulabbruch und gescheiterter Lehre als Landschaftsgärtner auf Anraten seiner Mutter an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Er erhält einen Studienplatz und setzt seine Ausbildung später an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Berlin fort. Dort gründet er 1997/98 mit John Bock, Dieter Detzner, Berta Fischer und Michel Majerus eine Ateliergemeinschaft. 1999 bis 2001 führt er mit Claus Andersen und Dirk Bell die Produzentengalerie "Andersen's Wohnung" sowie "Montparnasse" mit Dirk Bell und Thilo Heinzmann. 2004 ist Anselm Reyle mit einer Einzelpräsentation (Galerie Giti Nourbakhsch) auf der Art Basel 2004 vertreten. Seit 2009 leitet er die Klassen für Malerei und Zeichnen an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. 2009 findet eine Einzelausstellung in Tübingen, 2004 im Modern Institute in Glasgow, statt. In Gruppenausstellungen sind Arbeiten Anselm Reyles unter anderem in Mexico City und beim Whitechapel Project Space in London vertreten. Reyles außergewöhnliche Kompositionen, die zu einem Rausch aus Farbe und Material kulminieren, entstehen häufig in der unmittelbaren Auseinandersetzung mit alltäglichen Materialien, die er zufällig entdeckt und die ihn inspirieren. Darüber hinaus finden sich ebenso tiefgründige wie gewitzte Bezüge auf das Vokabular der Kunstgeschichte, etwa auf den abstrakten Expressionismus und insbesondere auf die Farbfeldmalerei, das sogenannte Color Field Painting. Meisterhaft interpretiert Reyle jedoch dessen klar organisierte Farbräume, die eine ruhige und meditativ anmutende Wirkung entfalten, indem er bisweilen kleine Bruchstellen wie minimale Faltenwürfe in den Lackfolien oder geschickt gesetzte Farbkleckse aufbringt, die auch im hier vorliegenden Gemälde zu einem sinnlichen, immer wieder überraschenden Sehgenuss einladen.
749
Anselm Reyle
Ohne Titel, 2004.
Mischtechnik
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 33.750

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


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