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Auktion: 440 / Contemporary Art am 10.12.2016 in München Lot 650

 
Objektbeschreibung
Ohne Titel. 1994.
Öl auf Leinwand.
Verso signiert, datiert und mit Richtungspfeil. 69 x 93 cm (27,1 x 36,6 in). [SM].

PROVENIENZ: Privatsammlung Nordrhein-Westfalen.

Essay
Katharina Grosse ist eine der profiliertesten Malerinnen der internationalen, abstrakten Gegenwartskunst. Die künstlerischen Anfänge der Malerei von Katharina Grosse liegen im Neoexpressionismus der "Jungen Wilden". Schon ab den mittleren 1980er Jahren aber verlässt Katharina Grosse schrittweise die Figuration. Nach kraftvollen Pigmentflecken-Bildern findet sie in der ersten Hälfte der 1990er Jahre zu lasierend aufgetragenen Farbkompositionen mit breiten Pinselstrichen entlang der Bildachsen, die besonders ihre großformatigen Arbeiten in die Nähe des amerikanischen Color Field Painting eines Barnett Newman rücken lassen. 1998 entdeckt Katharina Grosse auch die Arbeit mit der Spritzpistole für ihre Kunst, die sie nun teilweise auch architekturgebunden ausführt. Seit dem Jahrtausendwechsel arbeitet Grosse mit parallelen Linien, die, ebenso wie andere Farbflecken und -spuren, bald auch Objekte überziehen.
Diese Loslösung der Malerei von den klassischen Bildträgern sowie die Eroberung des Raumes sind charakteristisch für viele Arbeiten der Künstlerin, die auf diese Weise konsequent die Möglichkeiten der ungegenständlichen Malerei auslotet und ganze Räume als komplexe Farbwelten gestaltet. Das einzelne Bild erscheint vor diesem Hintergrund – so auch bei dem hier angebotenen frühen Werk – als ein Puzzleteil eines größeren Farbkomplexes. Die in einem Komplementärkontrast von Orangerot und Giftgrün erstrahlenden Farbfelder lösen in ihrem über die Oberfläche wabernden Farbauftrag einen imaginativen Prozess der Fortsetzung aus, in dem sich die Farbspuren über die Bildgrenzen hinaus in den gesamten Raum auszubreiten vermögen. Dieses Gedankenspiel ist in den späteren raumgreifenden Arbeiten Grosses, welche oft den Status ephemerer Interventionen annehmen, in die Realität umgesetzt. Ganze Räume und Objekte werden durch das Mittel der Farbe zu einer symbiotischen Einheit verschmolzen. Daneben bleiben aber auch traditionelle Bildträger Teil von Grosses Gesamtwerk: Seit 2007 entstehen Leinwände mit erdigen Krusten sowie auch die dynamisch-abstrakte Papierarbeiten.
Katharina Grosse ist seit den 1990er Jahren eine international anerkannte und gefeierte Künstlerin. Bereits 1999 erhält sie den Ersten Preis der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken, viele weitere Auszeichnungen folgen - zuletzt der Otto-Ritschl-Kunstpreis 2015 von Wiesbaden. Renommierte internationale Museen zeigen ihre Arbeiten und kaufen Werke der Künstlerin für ihre ständige Sammlung an. Aktuell ist Grosse in einer Ausstellung in den Kunstsammlungen Chemnitz vertreten, die Werke der Berlinischen Akademie der Künste präsentiert (bis November 2016), in der Grosse seit 2010 Mitglied ist. Ebenfalls seit 2010 lehrt die in Berlin lebende und arbeitende Künstlerin zudem als Professorin an der Kunstakademie in Düsseldorf.
650
Katharina Grosse
Ohne Titel, 1994.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 8.000
Ergebnis:
€ 47.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


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