Auktion: 441 / Contemporary Art am 11.06.2016 in München Lot 816

 
816
Uwe Kowski
Para, 2005.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 9.000
Ergebnis:
€ 19.375

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Para. 2005.
Öl auf Leinwand.
Verso signiert, datiert, betitelt und bezeichnet. 300 x 220 cm (118,1 x 86,6 in).

PROVENIENZ: Galerie Eigen + Art, Berlin/Leipzig (verso mit dem Stempel und dem Etikett).

AUSSTELLUNG: Uwe Kowski. Malerei 2001-2008, Kunsthalle Emden, 28. Juni - 14. September 2008 (mit Farb-Abb. im Kat. S. 129).

LITERATUR: Nils Ohlsen (Hg.), Uwe Kowski. Gemälde und Aquarelle 2000-2008, Kunsthalle Emden, Berlin 2008 (Farb-Abb. S. 129).

Essay
Auf irisierende Art und Weise verbinden sich lineare Struktur und Flächigkeit in den Leinwänden und Aquarellen des in der ehemaligen DDR aufgewachsenen Künstlers Uwe Kowski zu einer den Bildraum füllenden und pulsierenden Bildstruktur. Der in Leipzig eigentlich zum Schriftmaler ausgebildete Kowski überträgt den Schwung und die Freiheit der kunstvollen Schriftführung in seine abstrakt bis biomorph strukturierten Bildtexturen. 2008 zeigt die Emdener Kunsthalle einen umfassenden Überblick über das Schaffen Uwe Kowskis in einer Einzelausstellung mit fünfzehn Leinwänden und einer Auswahl von Aquarellen zwischen 2000 und 2008. Anlässlich der Ausstellung erscheint auch eine umfangreiche Monografie zum Oeuvre Uwe Kowskis, in der es zum künstlerischen Ansatz des Malers und speziell auch unserem Werk „Para“ (2005) treffend heißt: „Kowkis Bilder scheinen von einem inneren Gerüst zusammengehalten zu werden, das jedem Element seinen Ort im Ganzen zuweist. Das optische Gleichgewicht seiner Gemälde dient dabei nicht etwa dazu, einen in sich ruhenden Zustand zu erlangen. Im Gegenteil, die vermeintliche Balance seiner Bilder beinhaltet stets die Möglichkeit eines potenziellen Ungleichgewichts, zu dem jedes einzelne Teil im Bild gleichermaßen beiträgt. Frühe Gemälde woe FUCHSJAGD oder STRASSE von 2000 leben ganz von einfachen, sich wiederholenden Strukturen, die die gesamte Leinwand ausfüllen. Jüngere Arbeiten, wie etwa PARA von 2005, zeigen hingegen ein überaus komplexes System von Ordnung und Unordnung, das durch einen harmonischen Farbklang und eine latente Rasterung der Bildfläche zusammengehalten wird. Kowski versteht Malerei als Option der Veränderung und Mehrdeutigkeit. Er malt nicht, um Dinge festzuhalten oder eindeutige Aussagen zu machen, sondern um dem Betrachter die Möglichkeit der permanenten Veränderung, der potenziellen Verwandlung und spielerischen Doppeldeutigkeit vor Augen zu führen.“ (zit. nach: Kat. Uwe Kowski. Gemälde und Aquarelle 2000-2008, hg. von Nils Ohlsen, Kunsthalle Emden, 2008, S. 21-22). Die Werke Kowkis wecken dabei spannungsvolle Bezüge zu traditionellen Positionen der Kunstgeschichte, nach eigener Aussage des Künstlers der zeichnerischen Naturauffassung der altdeutschen Meister bis hin zu der atmosphärischen Malerei der Impressionisten. Seit Anfang der 90er Jahre sind die Werke von Uwe Kowski in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen vertreten. Zuletzt waren seine Arbeiten in der G2 Kunsthalle in Leipzig und der Galerie EIGEN + ART in Berlin zu sehen (2015). Dem mehrmals ausgezeichneten Künstler sind zudem diverse Publikationen gewidmet und seine Werke Teil zahlreicher deutscher Sammlungen sowie der Rothschild Foundation in New York. Der Künstler lebt und arbeitet in Berlin.
816
Uwe Kowski
Para, 2005.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 9.000
Ergebnis:
€ 19.375

(inkl. 25% Käuferaufgeld)