Auktion: 441 / Contemporary Art am 11.06.2016 in München Lot 817

 
817
Yves Netzhammer
Stuhl, 2009.
Objekt
Schätzung:
€ 5.000
Ergebnis:
€ 1.250

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Stuhl. 2009.
Objekt. 2 Holzstühle, einer in Einzelteile zersägt, mit Schnur verbunden.
Unikat. Je ca. 81 x 39 x 41 cm (31,8 x 15,3 x 16,1 in).
Teil der Installation "Adressen unmöglicher Orte", ausgestellt in der Kunsthalle Winterthur.

Mit einem Zertifikat des Künstlers.

PROVENIENZ: Galerie Anita Beckers, Frankfurt.

Essay
Der schweizer Künstler Yves Netzhammer fasziniert uns mit kubistisch-surrealistisch zersplitterten Gebilden. Nach einer Lehre zum Hochbauzeichner entscheidet sich Netzhammer für eine Teilnahme an einem Vorkurs der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich, der ihn die Weiterbildungsklasse für visuelle Gestaltung führt. Die zunächst sehr technisch ausgerichtete Ausbildung gibt Yves Netzhammer all das Handwerkszeug, welches er als Künstler für seine provokanten Zeichnungen, Filme, Objekte und Installationen, die teilweise von Musik begleitet werden, benötigt. In seinen Arbeiten schafft er komplexe Referenzen zur Kunstgeschichte und lässt oftmals verstörende Bildwelten erstehen. Netzhammer geht es darum „nach den Mustern unserer Wahrnehmung zu suchen, nach diesem untergründigen Parallelsystem, in dem sich unsere Wünsche und Ängste, unsere Vorurteile und Ambivalenzen verstecken.“ (zit. nach: http://www.hatjecantz.de/yves-netzhammer-2228-0.html, online am 29.04.2016). Von diesem Grundgedanken ausgehend entwickelt Yves Netzhammer in Einzelobjekten und Installationen bestimmte Aspekte weiter und re-kontextualisiert sie als dreidimensionales räumliches Arrangement. So auch unser Stuhl-Ensemble, das in seiner Zusammenstellung und unfunktionalen Zerspiltterung an kubistisch-surrealistsiche Gebilde oder in der Verschränkung aus Stütze- und Anlehnungsmotiv gar an eine traditionelle Christus-Johannes-Gruppe erinnert. Sein großes Talent beschert Yves Netzhammer 2000 ein Stipendium des Helmhauses in Zürich sowie 2001 das Atelierstipendium der Stadt Zürich für New York. Auch Auszeichnungen wie der Preis des ADC New York (2003) und der Vordemberge-Gildewart Anerkennungspreis (2005) zeichnen sein Schaffen aus. Netzhammer nimmt an verschiedenen Einzel- und Gruppenausstellunge teil, u.a. im Museum of Modern Art in San Francisco, dem Wilhelm Lehmbruck Museum in Duisburg, dem National Art Museum of China in Peking und im MARTa Herford. 2007 bespielt er mit weiteren Künstlern den Schweizer Pavillon auf der 52. Biennale in Venedig mit der Installation "The Subjectivization of Repetition project A / Die Subjektivierung der Wiederholung Project A". Im gleichen Jahr sind auch Arbeiten Netzhammers auf der Begleitausstellung der Documenta 12 zu sehen sowie zuletzt auf der Biennale in Kiew (2015) in der Ausstellung „Das Kind der Säge ist das Brett“. Yves Netzhammer lebt und arbeitet in Zürich.
817
Yves Netzhammer
Stuhl, 2009.
Objekt
Schätzung:
€ 5.000
Ergebnis:
€ 1.250

(inkl. 25% Käuferaufgeld)