Auktion: 428 / Klassische Moderne am 03./05.12.2015 in München Lot 212

 
212
Marianne von Werefkin
Helene (mit modischer Japanfrisur), 1909.
Gouache
Schätzung:
€ 18.000
Ergebnis:
€ 23.750

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Helene (mit modischer Japanfrisur). 1909.
Gouache und Tuschfederzeichnung.
Auf Velin. 24,6 x 19,3 cm (9,6 x 7,5 in), Blattgröße.

Mit einer schriftlichen Expertise von Dr. Bernd Fäthke.

PROVENIENZ: Nachlass Marianne von Werefkin.
Nikolaus Daragan (Verwandter mütterlicherseits der Künstlerin).
Privatsammlung.

AUSSTELLUNG: Mariannne Werefkin e amici, Museo comunale d'arte moderna, Ascona, 6.8.-23.10.1988, Nr. 38 (Ausst.-Kat. mit Abb.)/ Museum Villa Stuck 18.11.1988 - 15.1.1989.
Marianne von Werefkin in Murnau. Kunst und Theorie. Vorbilder und Künstlerfreunde, Murnau 2002, Nr. 48 (Ausst.-Kat. mit Abb.).
Marianne Werefkin: Vom Blauen Reiter zum Großen Bären, Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen 12.4.-6.7.2014/Paula Modersohn-Becker Museum, Bremen, 20.7.-6.10.2014, Nr. 32 (Ausst.-Kat. mit Abb.).

Essay
Marianne von Werefkins Gouache, die Helene Nesnamakoff (1886-1965) als Akt darstellt, weist einen starken biografischen Bezug zur Künstlerin und ihrem Lebensgefährten Alexej von Jawlensky auf. Werefkin hatte Helene aufgenommen und sie als Dienstmädchen beschäftigt. Während eines Aufenthalts auf dem Gut Blagodat ihres Vaters in Kowno lernt auch Jawlensky 1895 die damals Neunjährige kennen. Aus der Verbindung geht 1902 der gemeinsame Sohn Andreas hervor, Helene war bereits 1896 mit den beiden Künstlern nach München übersiedelt. 1922 folgt in Wiesbaden nach der endgültigen Trennung von Werefkin die Heirat mit Jawlensky.
Helene stand, wie auch ihre Schwester Maria, in der Münchner Zeit dem Künstlerpaar häufiger Modell. Werefkin hatte sich während ihrer Malpause mit den Werken von van Gogh, Gauguin, Toulouse-Lautrec, Anquetin, Munch und den Japanern beschäftigt, wie in unserer Gouache an der japanischen Frisur und der Darstellung selbst deutlich wird (s.a. Bernd Fäthke, Von Werefkins und Jawlenskys Faible für die japanische Kunst, in: „..diese zärtlichen, geistvollen Phantasien .." ; Ausst.-Kat. Schloßmuseum Murnau, 21. Juli bis 6. November 2011, S. 103f). In das Entstehungsjahr datiert auch der Anfang von Werefkins und Jawlenskys japanischer Holzschnittsammlung.
212
Marianne von Werefkin
Helene (mit modischer Japanfrisur), 1909.
Gouache
Schätzung:
€ 18.000
Ergebnis:
€ 23.750

(inkl. 25% Käuferaufgeld)