Auktion: 439 / Klassische Moderne II am 08.12.2016 in München Lot 108

 
108
Ewald Mataré
Eva mit der Schlange, 1936.
Terrakotta
Schätzung:
€ 10.000
Ergebnis:
€ 18.750

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Eva mit der Schlange. 1936.
Terrakotta. Brauner Scherben, gebrannt und mit Achat poliert.
Schilling 124 (von 124a). Ca. 43 x 12 x 11 cm (16,9 x 4,7 x 4,3 in).
Nach dem vorliegenden Terrakotta-Original fertigte Mataré 1954 einen Bronzeguss an, welcher bislang in sechs Exemplaren bekannt ist.

Wir danken Frau Dr. Sabine Maja Kufferath (geb. Schilling), Düren, für die freundliche Unterstützung.

PROVENIENZ: Ehemals Sammlung Lotte und Franz Jülich-Abels, Unkel/Rhein.
Privatbesitz Niederrhein.

AUSSTELLUNG: Ewald Mataré. Skulpturer Träsnitt 1921-1953, Svens-Franska Konstgalleriet, Stockholm Januar 1954, Kat.-Nr. 51.
Kunst im Keramion. Ewald Mataré, Keramion-Galerie für zeitgenössische Kunst, Frechen 7.3.-6.4.1975, Kat.-Nr. 43, Abb. Nr. 14.

LITERATUR: Flemming, Hanns Theodor, Ewald Mataré, München 1955, S. 35, Abb. Nr. 48.
Ewald Mataré. Plastiken - Kunsthandwerk - Handzeichnungen - Aquarelle - Graphik, Ausst.-Kat. Städtische Kunsthalle Düsseldorf, 1967, Abb. Nr. 20.
Reneking von Bock, Gisela, Keramiken von Ewald Mataré, in: Keramos, April 1975, Heft 68, Abb. Nr. 14.

Essay
Matarés Terrakotta-Skulptur "Eva mit der Schlange" stellt eine seiner selteneren Auftragsarbeiten religiösen Inhalts dar. Doch sind wie bei allen Skulpturen Matarés die Konzentration auf das Wesentliche sowie das vordergründige haptische Element deutlich erkennbar. So thematisiert auch die Verfasserin des Werkverzeichnisses, Sabine Maja Kufferath (geb. Schilling), den "Idolcharakter" der plastischen Arbeiten Matarés mit besonderem Bezug auf die üppigen weiblichen Figuren, die oft mit frühzeitlicher und exotischer Plastik in Verbindung gebracht werden, betont jedoch: "Keine Nachahmung, sondern eine innere Annäherung an den mythischen Sinn und Inhalt prägt seine Arbeiten. Dieser Frauentypus, der auch in den Werken der Expressionisten wiederkehrt, steht bei Mataré als Metapher zwischen Irdischem und Spirituellem und drückt eine sensible Naturnähe aus. Sein verfeinertes Formempfinden distanziert ihn vom Primitivismus der Figurenidole einer frühen Menschheit und den emotionalen Spannungsträgern der Expressionisten.“ Mataré schuff ebenso eine Bronzefassung der hier angebotenen "Eva mit Schlange". Von den sechs bekannten Exemplaren wurden drei zu Lebzeiten des Künstlers gegossen. [BF]
108
Ewald Mataré
Eva mit der Schlange, 1936.
Terrakotta
Schätzung:
€ 10.000
Ergebnis:
€ 18.750

(inkl. 25% Käuferaufgeld)