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Auktion: 420 / Kunst nach 45 / Zeitgenössische Kunst am 06.12.2014 in München Lot 1014

 
Objektbeschreibung
Man on red line. Wohl 2002.
Holzskulptur. Wawaholz, farbig gefasst.
Figur: 48 cm (18,8 in). Gesamtmaße: 165 x 34,5 x 25,5 cm (64,9 x 13,5 x 10 in).
[SM].

PROVENIENZ: Regen Projects, Los Angeles.
Privatsammlung.

Archetypische Verhaltensmuster menschlicher Existenz und Empfindung beschwören die bildhauerischen Skulpturen des 1957 im hessischen Fritzlar geborenen Künstlers Stephan Balkenhol.Balkenhol studiert von 1976 bis 1982 an der Hamburger Hochschule für bildende Künste in der Bildhauerklasse des streng minimalistisch arbeitenden Künstlers Ulrich Rückriem. Nach zwei Stipendien erhält Balkenhol 1988/89 einen Lehrauftrag an der Hamburger Kunsthochschule. Im Anschluss lehrt er bis 1991 an der Frankfurter Städelschule. Seit 1992 ist die Staatliche Kunstakademie in Karlsruhe sein Wirkungsort.
Die Suche der deutschen Künstler seit den 1980er Jahren nach neuen Formulierungsmöglichkeiten und Sinngebungen alltäglichen Materials manifestiert sich deutlich auch im Werk von Balkenhol. Seit etwa 1982 bestimmen die unmittelbar aus dem Holzblock herausgeschlagene, meist überlebensgroße menschliche Figur und der Kopf sein Schaffen. Mit traditionellem Werkzeug bearbeitet Balkenhol das Holz, das er als lebendige Substanz empfindet. So bleiben Riefen, Schrunden, Splitter und Risse sichtbar und verweisen auf den bildhauerischen Arbeitsprozess. Die Figur, der Kopf, das Gesicht - in seinem körperlichen Volumen akzentuiert durch Farbmarkierungen - werden umschrieben, gelegentlich mit der Nähe zum Porträthaften und immer mit einer gewissen "Familienähnlichkeit", doch stets auch mit dem notwendigen Maß an Verallgemeinerung, das die große Form sucht. Ohne jegliches Kennzeichen von subjektiver Befindlichkeit und Emotion und frei von soziologischen und sozialkritischen Bezügen wirken die Figuren autonom und allein aus ihrer Präsenz, deren verallgemeinernde Unbestimmbarkeit ein existenzielles Lebensgefühl des postmodernen Menschen verdeutlicht.
Balkenhol lebt in Karlsruhe und Meisenthal in Lothringen und hat in Berlin ein Atelier.

Neben seinen skizzenhaften Zeichnungen und den Skulpturen in den Werkstoffen Holz und Bronze finden sich zahlreiche Monumentalskulpturen Balkenhols im öffentlichen Raum. Wie immer bei seinen menschlichen Skulpturen wirkt auch diese starr-autonom und allein aus ihrer Präsenz. Zum einen ist die menschliche Figur der Anlaß, das Thema, das ich mir stelle, mit dem ich mich auseinandersetze, das ich studiere und das mir auch einen gewissen Widerstand bietet; ich mag gerne diese Art von Herausforderung [..] Dann geht es auch darum, ein Bild zu schaffen, also zu versuchen, ein Bild zu hauen, etwas darzustellen und zu sehen, inwieweit eine Bildsprache funktioniert. Was ich mir [..] von meinen Skulpturen wünsche, ist, daß sie der Anlaß sind oder der Ausgangspunkt für alles andere. Es ist dann nicht nur die Figur, die wichtig ist, wenn man sie in einem Raum sieht und erlebt, sondern davon ausgehend, kann sie alles mögliche transportieren. [..], Stimmungen, Gefühle, Ideen." (zit. nach: Dirk Teuber, in: Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, München 1995, S. 2).

Stephan Balkenhol ist u.a. vertreten in:
Galerie Thaddaeus Ropac, Salzburg
Gladstone Gallery, Brüssel
Galerie Klüser, München
Galerie Leu, München
Stephen Friedman Gallery, London
Museum of Modern Art, New York City
Kunstmuseum, Basel
Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart, Berlin

1014
Stephan Balkenhol
Man on red line, Wohl 2002.
Holzskulptur
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 77.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


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