Auktion: 410 / Kunst nach 45 / Zeitgenössische Kunst am 07.12.2013 in München Lot 1212

 

1212
Hans Hartung
P25-1977-H20, 1977.
Acryl
Schätzung:
€ 20.000
Ergebnis:
€ 20.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
P25-1977-H20. 1977.
Acryl und Pastell auf glattem Karton.
Rechts unten signiert und datiert. Verso signiert, datiert "19-12-79", betitelt und gewidmet sowie mit dem Richtungspfeil. 59 x 78,5 cm (23,2 x 30,9 in), blattgroß.

Das Werk ist im Archiv der Fondation Hans Hartung et Anna-Eva Bergman registriert und wird in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis aufgenommen.

PROVENIENZ: Vormals Sammlung Edmund Ringling, Köln 1979.

Hans Hartung beginnt seine Studien der Philosophie und Kunstgeschichte 1924 an der Universität in Leipzig, wechselt dann an die Akademien der Bildenden Künste in Leipzig und Dresden. 1928 bildet Hartung sich bei dem Maler Max Doerner in München weiter. In dieser Zeit entstehen spontane, zeichenhafte Linienkompositionen, in denen sich der Künstler von der Inspiration des Zufälligen leiten lässt und das Spannungsverhältnis von Farbfläche und Linie untersucht. Nach einem längeren Aufenthalt auf der Insel Menorca übersiedelt Hartung 1932 nach Paris. Hier lernt er Kandinsky, Mondrian, Miró und Calder kennen und beteiligt sich an den Ausstellungen im "Salon des Surindépendants". Bei Kriegsausbruch tritt Hartung 1939 in die Fremdenlegion ein und kehrt 1945 schwer verwundet nach Paris zurück, wo er die französische Staatsbürgerschaft annimmt. In diesen Jahren entstehen Bilder mit schwebenden Farbfeldern, die von kalligrafischen Linienbündeln überlagert werden. Ab 1949 nimmt Hartung an bedeutenden Ausstellungen in Paris, Brüssel, München und Basel teil. In den Jahren 1955-64 ist er auf der Documenta in Kassel vertreten. 1956 wird Hartung mit dem Prix Guggenheim geehrt und als außerordentliches Mitglied an die Akademie der Künste in Berlin berufen. 1960 erhält er den Großen Internationalen Preis für Malerei auf der Biennale in Venedig. In den 1960er Jahren entstehen nun monochrome Farbflächen, in die Hartung Reihen paralleler Rillen einritzt, so dass zur kalligrafischen noch eine plastische Qualität hinzukommt. Hartung veröffentlicht seine Lebenserinnerungen 1976 in dem Buch "Autoportrait". Ein Jahr später wird er Mitglied der Académie des Beaux-Arts in Paris.

Der große gestische Schwung in Hartungs späten Arbeiten ist Ausdruck einer gesammelten Energie, die ihn befähigt, einen Schaffensprozess in konzentrierter Form zu bewältigen. Erst die Acrylfarbe hat dem Maler die Farbstrukturen ermöglicht, die er in einer spontanen Aktion niederschreibt. Alle seine Kompositionen haben eine eigene Rhythmik, einen speziellen Klang, der sich dem Betrachter direkt vermittelt. Die Klarheit der Aussage, der direkte Zugang hat Hartungs Werke einem breiten Publikum den Weg zu einem optischen Erlebnis gewiesen, das in seiner Unverwechselbarkeit mit dem Künstler verbunden bleibt.

1981 erhält er den Oskar-Kokoschka-Preis der Republik Österreich. Die große Anzahl an Auszeichnungen, mit denen das künstlerische Schaffen Hartungs bereits zu seinen Lebzeiten bedacht wird, zeigt, dass er ein Künstler von internationalem Rang ist. 1989 stirbt er in Antibes als einer der wichtigsten Repräsentanten des europäischen Informel. [DB].




1212
Hans Hartung
P25-1977-H20, 1977.
Acryl
Schätzung:
€ 20.000
Ergebnis:
€ 20.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)