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Auktion: 402 / Alte Meister & Kunst d. 19. Jh am 14.05.2013 in München Lot 569

 
Objektbeschreibung
Adam und Eva. 1504.
Kupferstich.
Bartsch 1. Meder 1, 3a (von 3d). Schoch/Mende/Scherbaum 39. In der Platte monogrammiert, datiert und bezeichnet. Klarer, tiefschwarzer Druck auf feinem Bütten, auf die Darstellungslinie beschnitten, diese nur teils sichtbar. Mit feinem China hinterlegt. 24,8 x 18,9 cm (9,7 x 7,4 in), blattgroß.

PROVENIENZ: Privatsammlung Baden-Württemberg (verso mit dem Sammlerstempel, nicht bei Lugt).

Mit großem stecherischen Aufwand fertigt Dürer dieses Hauptblatt, das als ehrgeiziges Prestigeobjekt gedacht war und alle früheren Kupferstiche an Raffinesse in der grafischen Gestaltung übertrifft. Die äußerst feinen Stichellinien, mit denen er die Modellierung der Figuren ausführt, sind mit bloßem Auge kaum noch erkennbar, so dass er sich mit seiner differenzierten Formbeschreibung besonders von den italienischen Stechern seiner Zeit absetzen kann.
"Die Aktfiguren von Adam und Eva heben sich in reinen, nicht überschnittenen Umrissen reliefartig vom düstern Hintergrund eines Waldes ab, in dessen geheimnisvollem Dämmerlicht sich allerlei Getier bewegt. Ihre wohlgeformten Körper stehen in offensichtlichem Kontrast zum dunklen Gewirr der knorrigen Baumstämme [..]. Das scheinbar beiläufige Motiv der Bergziege auf der Felsspitze im Hintergrund paraphrasiert das ungläubige Zögern Adams und kennzeichnet die gefährliche Entscheidungssituation. Elch, Rind, Kaninchen und Katze verkörpern nach der mittelalterlichen Lehre die vier Temperamente [..]. Nach Hildegard von Bingen gewannen diese verschiedenen 'humores' erst nach dem Sündenfall Einfluss auf den Menschen [..]." (Rainer Schoch, in: Schoch/Mende/Scherbaum, S. 110). [CB].

569
Albrecht Dürer
Adam und Eva, 1504.
Kupferstich
Schätzung:
€ 20.000
Ergebnis:
€ 31.250

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


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