Auktion: 401 / Post War/Zeitgenössische Kunst am 08.12.2012 in München Lot 358

 

358
Christoph Ruckhäberle
Ohne Titel, 2005.
Acryl auf Leinwand
Schätzung:
€ 18.000
Ergebnis:
€ 30.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Ohne Titel. 2005.
Acryl auf Leinwand.
Auf der umgeschlagenen Leinwand signiert und datiert. 190 x 250 cm (74,8 x 98,4 in).

Christoph Ruckhäberle zählt neben Neo Rauch und David Schnell, zu den wichtigsten Vertretern der „Neuen Leipziger Schule“, ein künstlerisches Phänomen innerhalb der zeitgenössischen gegenständlichen Kunst. Künstler, die dieser Strömung zuzuschreiben sind, absolvieren ihre Ausbildung an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, als Schüler bei Künstlern der ersten und zweiten Generation der „Leipziger Schule“, wie Arno Rink, Werner Tübke, Sighard Gille, Bernhard Heisig und Wolfgang Mattheuer. Christoph Ruckhäberle, 1972 in Pfaffenhofen an der Ilm geboren, durchläuft zunächst ein Zeichentrickfilmstudium am California Institute of the Arst in Valencia und ist dort 1993 Stipendiat des „Walt Disney Charakter Animation Funds“. Nach diesem Studienabschluss geht der Künstler 1995 nach Leipzig, um dort an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Malerei zu studieren. Seit 1997 ist er Schüler von Prof. Arno Rink und erhält 1999 sein Diplom mit Auszeichnung. Daran anschließend wird er von seinem Professor in dessen Meisterklasse aufgenommen. Noch während seiner Studienzeit erhält er verschiedene Auszeichnungen, wie den Birknerpreis und das Landesstipendium des Freistaats Sachsen. 2002 gründet Ruckhäberle mit Künstlern wie Tilo Baumgärtel, David Schnell, Tom Fabritius oder Matthias Weischer die Produzentengalerie „LIGA“ in Berlin. Diese Galerie agiert für zwei Jahre, bis zur Auflösung 2004, als bedeutende Ausstellungsplattform für die Künstler der „Neuen Leipziger Schule“.

Die Arbeiten von Christoph Ruckhäberle lassen sich nicht auf den ersten Blick fassen. Durch ihre Gegenständlichkeit verleiten sie den Betrachter dazu, das Dargestellte als Alltagsszenen zu deuten. Automatisch versucht man das Bildpersonal in Beziehung zueinander sowie zur Umwelt zu setzen und in eine gemeinsame Geschichte zu integrieren. Doch vieles ist verrätselt, entpuppt sich auf den zweiten Blick als Irritation. Die Schach spielenden Kinder verstören nicht nur durch die verklärte Perspektive, sondern faszinieren auch durch die spannungsreiche Verschachtelung der Flächenformen, die durch flirrende Musterung mit der Wahrnehmung des Betrachters spielen.

Christoph Ruckhäberles Werke wurden in vielen Ausstellungen präsentiert, so etwa im Kistefos Museum in Oslo (2010), in der Hypo-Kunsthalle München (2006), in der Saatchi Gallery in London (2006) sowie im Cleveland Museum of Art (2005). Darüber hinaus sind Arbeiten des international gefragten Künstlers in zahlreiche renommierte Sammlungen aufgenommen, wie der des Museum of Modern Art in New York, der Rubell Family Collection (USA), der Essl Collection (Österreich), der Saatchi Collection (England) sowie der Arario Collection (Korea). Christoph Ruckhäberle lebt und arbeitet in Leipzig auf dem Galerie- und Ateliergelände der Leipziger Baumwollspinnerei. [KP].




358
Christoph Ruckhäberle
Ohne Titel, 2005.
Acryl auf Leinwand
Schätzung:
€ 18.000
Ergebnis:
€ 30.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)