Auktion: 408 / Sammlung Harry Beyer am 15.05.2013 in München Lot 366

 
366
Jean Pierre und Ami Huaud
Sehr seltene Spindel-Taschenuhr, 1686.
Gold
Schätzung:
€ 15.000
Ergebnis:
€ 73.200

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Sehr seltene Spindel-Taschenuhr. 1686-1700.
Gehäuse: und Kupfer mit Emaillemalerei.
Werk: Messing und geschnittenes Eisen.

Durchmesser: 3,8 cm (1,4 in).
Gehäuse mit Emaillemalerei von Jean Pierre Huaud (1655-1723) und Ami Huaud (1657-1729)
Runde Form. Unter kupfergefasstem Glasdeckel, das Zifferblatt mit Einzeigermodus und römischen Zahlen. Mittig eine allegorische Szene: zwei antikisierende Damen mit dem Symbol der Fruchtbarkeit.
Gehäuse:
Rückseitig: Darstellung von Kephalos und Prokris sowie dem Hund als Symbol der Treue.
Seiten: mit Landschaftsmalerei in vier Reserven. Mittig eine weitere Reserve mit der Künstlersignatur "Les deaux frere huaut pintre de son A.E. de B. à berlin"
Innen: Flusslandschaft mit Architektur und Wanderer.
Uhrwerk von Jean Antoine de Choudens (1638-1692).
Messingvollplatinenwerk, Aufzug für einen Schlüssel, Kette/Schnecke, Spindelgang, gebläute Stahlspirale. In äußerst fein geschnittenem Eisen. Groteskenköpfe und Arabesken als Dekormotiv, offen gearbeitet. Mit gravierter Signatur "Jean de Choudens".
Variante mit gleichem Gehäuse im Victoria & Albert Museum, London. Inventarnummer 236:1&:2-1855.

Wir danken Herrn Eder, Spezialist für komplizierte Taschenuhren, München, für die freundliche mündliche Beratung.

Ami und Jean Pierre Huaud, Söhne des Genfer Goldschmiedemeisters Pierre Huaud (1635-1680), setzen sich mit ihren Arbeiten durch die außergewöhnliche Ästhetik von anderen Werken der Genfer Schule ab. Schon zu Lebzeiten sind deren Erzeugnisse äußerst begehrt und gelten später als Meisterwerke der Kunstgeschichte. Durch Friedrich Wilhelm, den großen Kurfürsten, werden beide Brüder 1686 als Hofmaler nach Berlin berufen.

In den folgenden Jahren entstehen die heute äußerst gesuchten Objekte, die mit "pintre de son A.E. de B. à berlin" signiert sind. Neben überwiegend religiösen Themen gehören zu den populärsten Arbeiten der Gebrüder Darstellungen von Diana und Aktaion sowie das Urteil des Paris. Die hier vorliegende Allegorie von Kephalos und Prokris auf die eheliche Treue gehört zu den sehr seltenen Dekormotiven, die die Brüder als Hofmaler ausführten.

Im Jahre 1700 schließen die Brüder ihr Berliner Atelier und kehren nach Genf zurück
Aufrufzeit: ca. 17.17 h +/- 20 Min.

366
Jean Pierre und Ami Huaud
Sehr seltene Spindel-Taschenuhr, 1686.
Gold
Schätzung:
€ 15.000
Ergebnis:
€ 73.200

(inkl. 22% Käuferaufgeld)