Auktion: 394 / Alte und Neuere Meister am 23.11.2012 in München Lot 215

 
Anna Peters - Blumenstillleben mit Rosen und einem Weidenkorb mit Himbeeren


 
215
Anna Peters
Blumenstillleben mit Rosen und einem Weidenkorb mit Himbeeren, 1880.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 3.000
Ergebnis:
€ 12.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Blumenstillleben mit Rosen und einem Weidenkorb mit Himbeeren. Um 1880.
Öl auf Leinwand.
Links unten signiert. 43 x 60 cm (16,9 x 23,6 in).

Anna Peters wird 1843 als Tochter des Landschaftsmalers Pieter Francis Peters und Heinrika Mali in Mannheim geboren. Beide Eltern stammen aus niederländischen Malerfamilien. 1845 nehmen sie den jüngeren Bruder von Heinrika, Christian Mali, mit in die Familie auf. Der Vater Pieter Francis Peters, der bereits die älteren Mali-Brüder in Malerei unterrichtete, sorgt auch für Christians künstlerische Ausbildung. Später bildet er mit Mali zusammen seine Töchter Anna, Ida und Pietronella aus.
Bereits 1868 bezeichnet sich Anna Peters selbstbewusst als Blumenmalerin, trotz aller gesellschaftlicher Vorbehalte dieser Zeit gegen Frauen als Künstlerinnen. Ihre Werke zeigt sie regelmäßig auf Ausstellungen. Neben den zahlreichen Blumengemälden, mit denen Anna Peters bekannt wird, malt sie zeitlebens ebenso Landschaften aus ihrer Umgebung. Reisen führen die Künstlerin unter anderem nach Florenz, Rom und Lugano, aber auch in den Thüringer Wald und nach Nijmegen, der niederländischen Heimat ihres Vaters. Oftmals wird sie von ihrem Vater oder dem Onkel Christian Mali begleitet. Die große Malerfamilie Peters unternimmt ab 1894 regelmäßige Malreisen nach Köngen bei Esslingen. Bei den Sommeraufenthalten auf dem dortigen Schloss sind zeitweise auch Christian Mali und sein Freund Anton Braith zu Besuch. In Stuttgart lebt Anna Peters gemeinsam mit ihren Schwestern in einem eigens gebauten Künstlerinnenhaus mit zwei Ateliers. Die fünf Jahre jüngere Pietronella ist als Porträt- und Genremalerin erfolgreich. Kurz nach ihren Schwestern stirbt Anna Peters 1926 in Stuttgart.

Anna Peters frühen Blumenstillleben lassen sich im Grunde auf die Tradition der niederländischen Maler des 17. Jahrhunderts zurückführen, die ihr vom Vater vermittelt wurde. Jedoch gelangt sie früh zu einer eigenen weitaus natürlicheren Bildsprache. Wie wichtig Peters die wissenschaftlich korrekte Darstellung der Pflanzen ist, zeigen ihre Skizzenbücher, in denen sie die Blumen- und Pflanzendarstellungen mit botanischen Namen bezeichnet. Trotz künstlicher Arrangements legt Peters Wert auf authentische Zusammenstellungen von Pflanzen, die der gleichen Vegetationsphase entstammen. Insekten oder Schnecken tauchen nur gelegentlich auf, wie hier die kleine Fliege auf den Himbeeren. Diese Tiere sind ebenso wie Blütenknospen oder verwelkte Blätter, Teil der realistisch abgebildeten Natur. Eine tiefere Symbolik wie in den niederländischen Vantitasstillleben ist in Peters Gemälden nicht beabsichtigt. [CB].

215
Anna Peters
Blumenstillleben mit Rosen und einem Weidenkorb mit Himbeeren, 1880.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 3.000
Ergebnis:
€ 12.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)