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Auktion: 380 / Moderne Kunst am 04.06.2011 in München Lot 15

 
Albert Bloch - Eine Gruppe - Gethsemane

Objektbeschreibung
Öl auf Leinwand
Rechts unten monogrammiert. Verso datiert: "Febr'y - March 1914". 137 x 101,5 cm (53,9 x 39,9 in)
Dabei: Religiöse Szene. Tuschfederzeichnung über Bleistift. Auf festem, bräunlichem Velin. 46,5 x 34,7 cm (18,3 x 13,7 in). Links unten datiert "14. Februar 1914". Vorbereitende Zeichnung zu dem Gemälde. Provenienz: Mrs Albert Bloch. Privatsammlung New York.

PROVENIENZ: Arthur Jerome Eddy, Chicago.
La Jolla Museum, San Diego, Kalifornien.
Hollis Taggart Gallery, New York.
Privatsammlung New York.

AUSSTELLUNG: Albert Bloch. The Arthur Jerome Eddy Collection, The Art Institute of Chicago, Chicago, Juli - August 1915.
Concerning Expressionism: American Modernism and the German Avant-Garde, Hollis Taggart Gallery, New York, 22.5.-31.7.1998 (Gemälde und Zeichnung), mit Abb. Tafel 11.

Albert Bloch wird 1882 in St. Louis als Sohn böhmischstämmiger Eltern geboren. Er besucht zunächst die St. Louis School of Fine Arts und arbeitet als Zeitungsillustrator. Ab 1905 kommt es zu einer mehrjährigen erfolgreichen Zusammenarbeit mit William Marion Reedy, dem Herausgeber der Zeitung "The Mirror". In unzähligen Karikaturen für diesen Auftraggeber setzt Bloch grafische Gestaltungsmittel des Jugendstils um. Unterstützt von Reedy bricht er 1908 nach Europa auf und lässt sich in München nieder. Von hier aus unternimmt er Reisen nach Paris, London, Wien, Berlin und Ascona. Er studiert die Meisterwerke in den großen europäischen Museen und kommt in Kontakt mit Kandinsky und Franz Marc, mit welchem er sich anfreundet. Bloch wird zu beiden Ausstellungen des "Blauen Reiters" eingeladen und lernt Herwarth Walden kennen. Eine rege Ausstellungstätigkeit ist die Folge, u.a. ist er auf der Internationalen Kunst-Ausstellung des Sonderbundes in Köln vertreten, hat in Waldens Galerie "Der Sturm" erst eine Einzelausstellung, dann eine gemeinsame Ausstellung mit Paul Klee und präsentiert seine Werke beim Internationalen Herbstsalon in Berlin und bei Hans Goltz in München. Blochs bevorzugte Motive sind Landschafts- und Stadtansichten, Zirkusthemen und Sujets der Commedia dell'Arte. In vielen seiner Landschaftsbilder wird der Einfluss Kandinskys deutlich. Eine Reihe von Werken zwischen 1912 und 1918 zeigen kubistisch-orphistische Stilmittel.

In einem Beitrag zu "Albert Bloch. Ein amerikanischer Blauer Reiter" weist Annegret Hoberg auf die bei Bloch etwas ungewöhnliche Vermischung religiöser Themen mit denen aus der Welt der Clowns und des Zirkus hin. In der Tat können die Figuren im vorliegenden Gemälde sowohl Teilnehmer einer religiösen Handlung als auch Akteure einer symbolistischen Theateraufführung sein. Doch die Anordnung der Figuren, deren Komposition Albert Bloch hier eindeutig den Vorbildern der italienischen Renaissance entlehnt, lässt keine andere Deutung als eine religiöse zu. Das Androgyne der Gestalten in ihrer uniformen Kleidung soll laut Zitaten aus der Entstehungszeit des Gemäldes (A.J. Eddy) in seiner Neutralität der Wirkung auf den Betrachter als stellvertretend für die leidende Menschheit angesehen werden. Wenn im Bildaufbau auch der christliche Kanon mit der thronenden Gottheit in der Mitte eingehalten wird, so ist doch Bloch in seiner Auslegung des Heilsverlangens weitaus universeller zu deuten. Allein schon der Hintergrund in seiner rosaroten Tönung mit den die Mittelfigur umgebenden lotosblattähnlichen Formen lässt an ostasiatische Bezüge denken. Sie ersetzen die in der Vorzeichnung angedeuteten Sonnen, die das höchste Wesen umgeben (vgl. Albert Bloch. Ein amerikanischer Blauer Reiter, hrsg. von Annegret Hoberg und Henry Adams, München/New York 1997, S. 33f.).

1921 verlässt Albert Bloch Europa und kehrt in die Vereinigten Staaten zurück. Er unterrichtet für ein Jahr an der Academy of Fine Arts in Chicago und wechselt dann als Direktor des Department of Drawing and Painting an die Kansas University in Lawrence. Bloch bleibt als Künstler weiter ausgesprochen produktiv, zieht sich aber ganz aus dem öffentlichen Kunstbetrieb zurück. In den 1920er Jahren wirken in seinem Werk noch die formalen Mittel der Zeit in Europa nach, es stellt sich aber eine stilistische Veränderung hin zu einer stärkeren Gegenständlichkeit, einer Loslösung von den kubistischen und orphistischen Tendenzen und einer Beschränkung der Palette auf Erdfarben und Blautöne ein. Zeitweilig findet sein Werk bedingt durch seine zurückgezogene Lebensweise kaum die verdiente Beachtung. 1961 verstirbt Albert Bloch in Lawrence/Kansas. [KD].

15
Albert Bloch
Eine Gruppe - Gethsemane, 1914.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 90.000
Ergebnis:
€ 130.540

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
 


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