Auktion: 381 / Kunst nach 45 / Zeitgenössische Kunst am 04.06.2011 in München Lot 238

 
Karel Appel - Personnage


238
Karel Appel
Personnage, 1975.
Acryl
Schätzung:
€ 10.000
Ergebnis:
€ 10.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Acryl, Gouache und Prägedruck
Links unten signiert und rechts unten datiert. Auf strukturiertem Velin. 72 x 53,3 cm (28,3 x 20,9 in), Blattgröße

Wir danken Herrn J.W. Nieuwenhuizen Segaar, Den Haag, für die wissenschaftliche Beratung.

PROVENIENZ: Dr. und Mrs. Maurice Jove, Atlanta.
High Museum of Art, Atlanta (von Letzteren 1992 als Geschenk erhalten).

Von 1942 bis 1944 studiert Appel an der Reichsakademie in Amsterdam, wo er Corneille kennenlernt. Zusammen mit Constant und Corneille gründet er 1948 die "Groupe Experimental Hollandais". Noch im gleichen Jahr wird die Künstlervereinigung "CoBrA" durch Dotremont, Noiret, Jorn, Constant, Corneille und Appel ins Leben gerufen. Für die Kantine des Amsterdamer Rathauses entwirft er sein erstes Auftragswerk, das Wandbild "Fragende Kinder"(1949/50), welches empörte Reaktionen auslöst. Bereits 1950 verlässt Appel Amsterdam und schließt sich in Paris gemeinsam mit Dubuffet und Fautrier avantgardistischen Strömungen an. 1958 entstehen die Wandmalereien für den Niederländischen Pavillon der Weltausstellung in Brüssel sowie für das UNESCO-Gebäude in Paris. Im Zusammenhang mit der Ausstellung "Vitalità nell'arte" dekoriert Appel einen Saal mit einer Stoff-Collage im Centro Internazionale delle Arti e del Costume im Palazzo Grassi in Venedig. 1964 erwirbt Appel Schloss Molesmes bei Auxerre, dort widmet er sich großen polychromen Reliefs und freistehenden Figuren aus Holz und Polyester.

"Wenn ich male, zählt einzig der gegenwärtige Moment, und aus ihm entsteht alles. Der Augenblick ist alles. Keine Vergangenheit. Keine Zukunft. Es gibt keine Verbote, nichts zu verdrängen, nichts zu zerstören. Die Leinwand ist bereit, das Jenseitige des Bewußtseins zu konkretisieren. Einfach nur zu sein" (Karel Appel, 1979, zit. nach: Karel Appel, Ausst.Kat. Galerie Beyeler, Zürich 1988). Um 1958 wendet sich der Künstler mehr dem informellen Farbauftrag zu, so dass die Gesichter und Figuren hinter den Spuren einer heftigen Gestik verschwinden. So bringt er die von ihm propagierte Spontaneität wirkungsvoll zum Ausdruck, wie die vorliegende Arbeit eindrucksvoll beweist.

1984 erhält er den "Grand Prix du Salon" beim XXIX. Salon de Montrouge in Paris. Zusammen mit Allen Ginsberg und Gregory Corso arbeitet er 1991 an den "Poetry-Painting Series". 1994/95 widmet sich Appel hauptsächlich der Bühnengestaltung an der niederländischen Oper. [SM].




238
Karel Appel
Personnage, 1975.
Acryl
Schätzung:
€ 10.000
Ergebnis:
€ 10.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)