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Auktion: 368 / Moderne Kunst am 12.06.2010 in München Lot 59

 
Gabriele Münter - Staffelsee

Objektbeschreibung

Öl auf Malpappe
Links unten signiert und datiert. Verso mit einer handschriftlichen Widmung von Gabriele Münter, diese monogrammiert. Verso zudem wohl von fremder Hand bezeichnet "Staffelsee" und datiert sowie mit einer Herkunftsbezeichnung aus der Hand der Vorbesitzer. 33,1 x 40,7 cm (13 x 16 in)

Die Arbeit ist bei der Gabriele Münter und Johannes Eichner Stiftung, München, registriert.

PROVENIENZ: Ellen Brischke (Geschenk von Gabriele Münter am 2. September 1934).
Privatsammlung Deutschland.

Den ersten Unterricht erhält Gabriele Münter 1897 an der Düsseldorfer Damen-Kunstschule, die weitere Ausbildung im Künstlerinnen-Verein als Schülerin von M. Dasio und A. Jank. Anschließend geht sie nach München und besucht dort die Privatkunstschule "Phalanx"; Leiter der Schule ist Wassily Kandinsky. Mit ihm unternimmt Gabriele Münter ab 1904 viele Reisen u.a. nach Holland, Italien und Frankreich, wo sie Rousseau und Matisse kennenlernen. Stilistisch distanziert sich Münter nun vom Impressionismus und lässt in ihrem Werk Einflüsse der Fauves und der Expressionisten erkennen. Ein ruhigeres Leben beginnt ab 1908 in der mit Kandinsky gemeinsamen Wohnung in München. Mit Klee, Marc, Macke, Jawlensky und Marianne von Werefkin pflegen die beiden regen Kontakt. Für eine produktive künstlerische Zusammenarbeit ist das von Münter gekaufte Landhaus in Murnau die richtige Umgebung. 1909 beginnt die Künstlerin mit Hinterglasbildern, ein Medium, das später auch Kandinsky, Marc, Macke und Campendonk aufgreifen. Zwei Jahre lang ist Münter Mitglied in der "Neuen Künstlervereinigung München". Im Jahr 1911 tritt sie der von Kandinsky und Marc gegründeten Redaktion "Blauer Reiter" bei. Mit Interesse verfolgt Gabriele Münter Kandinskys abstrakte Bilder, bleibt jedoch selbst bei der figurativen Malerei. Ihre Landschaften, Figurenszenen und Porträts zeigen eine Reduktion auf das Wesentliche mit Hang zur humorvollen Charakterisierung. Mit Kriegsausbruch gehen Münter und Kandinsky zunächst in die Schweiz, ein Jahr später (1915) entscheidet sich die Malerin für Stockholm, wo es zur Trennung von Kandinsky kommt. Im Spätherbst 1917 übersiedelt sie nach Kopenhagen. Die 1920er Jahre sind geprägt von vielen Reisen und Aufenthalten in München, Murnau, Köln und Berlin. Durch den Bruch mit Kandinsky in eine tiefe Schaffenskrise geworfen, lebt ihre Malerei erst in den 1930er Jahren neu auf. Ab 1931 lebt Münter ständig in München und Murnau.

Gabriele Münter hat der sie umgebenden Voralpenlandschaft ihr eigenes Gepräge gegeben. Der Staffelsee mit seinen malerischen Buchten bietet eine Vielzahl von Sichtweisen, die Münter in jahreszeitlichen Stimmungen einfängt. Die kompakte, konturbetonte Malweise kommt ihrer Absicht entgegen, den Landschaften einen besonderen Ausdruck zu verleihen, der in der Palette gebrochener Farben von einer gewissen Melancholie bestimmt wird. Münters Staffelseelandschaften sind in ihrer Originalität ein besonderer Themenkomplex im malerischen Gesamtwerk der Künstlerin. Wie sehr sie selbst diese Landschaften schätzt, ist auch der Tatsache zu entnehmen, dass sie motivgleiche Sichtweisen, wie in der hier angebotenen Arbeit, mit nur geringen Veränderungen wieder aufgreift.

Im Jahr 1956 erhält Gabriele Münter den Kulturpreis der Stadt München, 1960 findet die erste Ausstellung in den USA statt, gefolgt 1961 von einer großen Ausstellung in der Mannheimer Kunsthalle. Die Künstlerin stirbt am 19. Mai 1962 in ihrem Haus in Murnau. [KD].

59
Gabriele Münter
Staffelsee, 1934.
Öl auf Malpappe
Schätzung:
€ 140.000
Ergebnis:
€ 256.200

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
 


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