Auktion: 343 / Kunst nach 45 / Zeitgenössische Kunst am 04.12.2008 in München Lot 613

 
Rupprecht Geiger - Ohne Titel (N 5)


613
Rupprecht Geiger
Ohne Titel (N 5), 1961.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 45.140

(inkl. 22% Käuferaufgeld)

Ohne Titel (N 5). 1961.
Öl auf Leinwand.
Dornacher/Geiger 282. Auf dem Keilrahmen signiert, datiert und bezeichnet "N 5". 86 : 80,7 cm (33,8 : 31,7 in). 1926 tritt Rupprecht Geiger in die Architekturklasse von Eduard Pfeiffer an der Kunstgewerbeschule in München ein. 1935 absolviert er das Schlussexamen als Architekt und verbringt ein halbes Jahr mit seinem Vater in Rom. Fortan arbeitet Geiger in einem Münchner Architekturbüro, bis er 1940 an die Front in Russland eingezogen wird. In dieser Zeit entstehen dunkeltonige Landschaftsaquarelle. Nach Kriegsende kehrt er nach München zurück. 1948 wird sein erstes abstraktes Bild im "Salon des Réalistes Nouvelles" in Paris ausgestellt. Ein Jahr später gründet der Künstler zusammen mit Baumeister, Matschinsky-Denninghoff und Winter die Gruppe "ZEN 49". In den fünfziger Jahren findet Geiger den für ihn kennzeichnenden Stil. Den von der Weltraumforschung beeinflussten Zukunftsstil der Sixties verarbeitet Geiger in seinen abstrakten und farbintensiven Kompositionen. In den Jahren 1959 bis 1977 nimmt er mehrmals an der documenta in Kassel teil.

Geigers Farbfeldmalereien, die sich in der Folge bis zu monochromen Flächen entwickelt haben, besitzen in den sechziger Jahren noch nicht die spätere, oft aggressive Farbigkeit. Die Arbeit ist ein interessantes Beispiel für die Entwicklung, die der Künstler bis hin zur absoluten Dominanz der Farbe durchläuft. "Die Vielfalt abstrakter Formen mit ihren oft skurrilen Umgrenzungslinien lenkt von der Farbe ab, während bei archetypischen Formen, wie Rechteck und Kreis, die Farbe unbeeinflußt hervortreten kann." (Jürgen Morschel, in: Künstler. Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, München 1988/92, S. 10).

1962 gibt Geiger seine Tätigkeit als Architekt ganz auf, um sich ausschließlich der Malerei zu widmen. 1965 wird Geiger als Professor an die Düsseldorfer Akademie berufen; die Professur nimmt er bis 1976 wahr. Seit 1982 ist er Mitglied der Akademie der Schönen Künste in München. Der Künstler lebt und arbeitet derzeit in München. Mit seinen abstrakten Farbkompositionen ist Rupprecht Geiger einer der Hauptvertreter der Farbfeldmalerei in Deutschland. [MH]

PROVENIENZ: Galerie Marbach, Paris (auf dem Keilrahmen mit zwei Etiketten).
Galerie Elke Dröscher, Hamburg (auf dem Keilrahmen mit dem Etikett).
AUSSTELLUNG: Rupprecht Geiger, Galerie Otto Stangl, München 1961.

In guter und farbfrischer Erhaltung. Winzige Bereibungen an den erhabenen Stellen der Leinwand.




613
Rupprecht Geiger
Ohne Titel (N 5), 1961.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 45.140

(inkl. 22% Käuferaufgeld)