Auktion: 316 / Kunst nach 45 am 12.06.2007 in München Lot 312

 
Max Ackermann - Ohne Titel (Komposition Juli 1956)


 
312
Max Ackermann
Ohne Titel (Komposition Juli 1956), 1956.
Tempera
Schätzung:
€ 22.000
Ergebnis:
€ 28.800

(inkl. 20% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung

Ohne Titel (Komposition Juli 1956). 1956.
Tempera und Öl mit Grattage auf Hartfaserplatte.
Rechts unten signiert und datiert. Verso nochmals signiert und datiert "Juli 1956", zudem mit der hs. Werkverzeichnisnummer. Auf dem Keilrahmen von fremder Hand bezeichnet "K 40/56". 64,7 x 49,7 cm ( 25,4 x 19,5 in).

Die Arbeit ist im Max-Ackermann-Archiv, Bietigheim-Bissingen, unter der vorläufigen Werkverzeichnisnummer "ACK 4170" verzeichnet

PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland.

Ausstellung: Galleria Sacchetti, Ascona (verso mit dem Etikett).

Max Ackermann beginnt seine künstlerische Ausbildung zunächst in Weimar bei Henry van der Velde und in Dresden bei Gotthardt Kuehl. 1909 geht er nach München, um sich an der Kunstakademie in der Malklasse Franz von Stucks weiterzubilden. Die Begegnung mit dem Maler Adolph Hölzel bringt Ackermann zur gegenstandsfreien Malerei. Parallel zu den ab 1912 entstehenden abstrakten Bildern malt Ackermann jedoch bis in die vierziger Jahre hinein weiterhin auch gegenständlich. Die erste Einzelausstellung figurativer und abstrakter Arbeiten findet 1924 im Kunstgebäude Stuttgart statt. 1930 gründet Ackermann an der Stuttgarter Volkshochschule ein Seminar für "Absolute Malerei". Als er 1936 Lehrverbot erhält, zieht er sich nach Hornstaad am Bodensee zurück - ein Ort, der zur Malerkolonie wird. Auch Helmuth Macke, Otto Dix und Erich Heckel siedeln sich hier an. Nach dem Krieg kann Ackermann seine Arbeiten in einer ersten Ausstellung im Salon des Réalités in Paris präsentieren. 1949 nimmt er an der Züricher Ausstellung 'Kunst in Deutschland 1930-49' teil. 1952 veranstaltet Ackermann mit Wolfgang Fortner in Hornstaad ein Seminar über Malerei und Musik. Diesem folgt 1953 eine weitere Veranstaltung zusammen mit Hugo Häring und Kurt Leonhart, die die Malerei und Architektur zum Thema hat. 1956 beruft der 'Künstlerbund Baden-Württemberg' Ackermann als Nachfolger des verstorbenen Willi Baumeister in den 'Rat der Zehn'.

Im Zuge seiner künstlerischen Entwicklung durchläuft Ackermann mehrere künstlerische Stilphasen, bevor er sich in den 1950er Jahren gänzlich der abstrakten Malerei zuwendet und zu einem ihrer wichtigsten Vertreter in Deutschland wird. Unser Werk zeigt mit dem dominierenden, leuchtenden Blau eine der Lieblingsfarben des Malers, der seit den 1930er Jahren am Bodensee lebt und sich von der Naturschönheit immer wieder zu Festen der Farbe und des Rhythmus inspirieren lässt.

1967 zeigt eine Retrospektive Gemälde des Künstlers aus den Jahren 1908 bis 1967 in Koblenz, Kaiserslautern, Konstanz, Wolfsburg und Köln. 1975 stirbt Ackermann im Alter von 88 Jahren. [KR]

Zustand: In guter farbfrischer Erhaltung. Wenige geringfügige Bereibungsspuren.

312
Max Ackermann
Ohne Titel (Komposition Juli 1956), 1956.
Tempera
Schätzung:
€ 22.000
Ergebnis:
€ 28.800

(inkl. 20% Käuferaufgeld)