Auktion: 300 / Klassiker des XX.Jahrhunderts am 02.06.2006 Lot 4

 
Karel Appel - Ohne Titel


4
Karel Appel
Ohne Titel, 1970.
Öl
Schätzung:
€ 18.000
Ergebnis:
€ 17.850

(inkl. 19% Käuferaufgeld)

Ohne Titel. Wohl 1970.
Öl, Papier- und Stoffcollage.
Links unten signiert. Auf Karton 66 x 50 cm ( 25,9 x 19,6 in).

Mit einer Foto-Expertise der Karel Appel Foundation, Amsterdam

Ausstellung: Villa Haiss Museum, Zell am Harmersbach (Leihgabe).

Von 1942 bis 1944 studiert Appel an der Reichsakademie in Amsterdam, wo er Corneille kennenlernt. Zusammen mit Constant und Corneille gründet er 1948 die "Groupe Experimental Hollandais". Noch im selben Jahr wird die Künstlervereinigung "COBRA" durch Dotremont, Noiret, Jorn, Constant, Corneille und Appel ins Leben gerufen. Für die Kantine des Amsterdamer Rathauses entwirft er 1949/50 sein erstes Auftragswerk, das Wandbild "Fragende Kinder", das empörte Reaktionen auslöst. Bereits 1950 verlässt Appel Amsterdam und schließt sich in Paris gemeinsam mit Dubuffet und Fautrier avantgardistischen Strömungen an. 1958 entstehen die Wandmalereien für den Niederländischen Pavillon der Weltausstellung in Brüssel sowie für das UNESCO-Gebäude in Paris. Im Zusammenhang mit der Ausstellung "Vita lità nell'arte" dekoriert Appel einen Saal mit einer Stoff-Collage im Centro Internazionale delle Arti e del Costume im Palazzo Grassi in Venedig. 1964 erwirbt Appel Schloss Molesmes bei Auxerre, dort widmet er sich großen polychromen Reliefs und freistehenden Figuren aus Holz und Polyester.

Karel Appel entwickelt schon früh seine eigene, spezifische Bildsprache. Linien, Flächen und Farben fließen zu fast nonfigurativen Kompositionen zusammen, doch Appel wird niemals vollkommen abstrakt, die Darstellungen erinnern immer mehr oder weniger stark an phantastisch-dämonische Tiere oder primitivistische Figuren. Die vorliegende Arbeit bringt die von Appel propagierte Spontaneität in Gestalt unprätentiös gesetzter Pinselstriche und den in der Bildmitte collagierten Stoff in besonderem Maße zum Ausdruck. Die psychische Beteiligung des Künstlers spiegelt sich hier ebenso unmittelbar wider wie das Streben nach archetypischer Motivik und kindlicher Kreativität.

1984 erhält Appel den "Grand Prix du Salon" beim XXIX. Salon de Montrouge in Paris. Zusammen mit Allen Ginsberg und Gregory Corso arbeitet er 1991 an der Poetry-Painting Series. 1994/95 widmet sich der Künstler hauptsächlich der Bühnengestaltung an der niederländischen Oper. Seine oft großformatigen Werke sind so bedeutend, dass fast alle niederländischen und zahlreiche internationale renommierte Museen seine Arbeiten besitzen. Der Maler und Bildhauer lebt heute abwechselnd in New York, Paris und Monaco. [LB]




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Karel Appel
Ohne Titel, 1970.
Öl
Schätzung:
€ 18.000
Ergebnis:
€ 17.850

(inkl. 19% Käuferaufgeld)