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Auktion: 293 / Kunst des XX. Jahrhunderts am 12.05.2005 Lot 68

 
Albert Birkle - Mann mit Pelzmütze (Mein Bruder Tier)

Objektbeschreibung

Mann mit Pelzmütze (Mein Bruder Tier)
Öl auf Leinwand , 1923
Kraker 422. Rechts unten signiert und datiert. Auf dem Keilrahmen bezeichnet "Albert Birkle 'Mein Bruder Tier'". 47,5 x 32,5 cm ( 18,7 x 12,7 in).
Der Dargestellte ist der damals 52 Jahre alte Wilhelm Spindler, den Birkle öfter porträtierte.

PROVENIENZ: Bis 1977 im Besitz des Künstlers.
Sammlung Joseph Hierling, Tutzing (mit dem Adressstempel auf dem Keilrahmen).

Ausstellung: Sonderausstellung Albert Birkle, Galerie Hinrichsen, Berlin o. J. (1927), dort "1924" datiert.
Der Maler Albert Birkle. Werke 1921-33, Ausst.Kat. Neue Münchner Galerie, München 1977, mit Abb., dort "1921" datiert.
Albert Birkle. Ölmalerei und Pastell, Ausst.Kat. Salzburger Museum Carolino Augusteum, Salzburg 1980, Kat.Nr. 10 (mit Farbabb.).
Malerei des Expressiven Realismus, Ausst.Kat. Museum Expressiver Realismus, Neues Schloß Kißlegg 1993, S. 16, Kat.Nr. 8 (ohne Abb.).
Albert Birkle, Ausst.Kat Salzburger Museum Carolino Augusteum u. a. 2001, Kat.Nr. 10, S. 19f., S. 51 (mit Farbabb.).
Expressiver Realismus. Sammlung Hierling, Museum Expressiver Realismus, Neues Schloß Kißlegg 2004.

LITERATUR: Rudolf Pfefferkorn, Albert Birkle. Leben und Werk, Hamburg 1983, S. 47 und S. 49 (mit Farbabb. 32).

Bereits zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn schenkt Albert Birkle dem Porträt eine besondere Aufmerksamkeit. Basierend auf einer souveränen Beherrschung der technischen Mittel, schafft er, ähnlich wie Otto Dix, in einer Mischung aus altmeisterlicher Detailtreue und zeitgenössischer Gesellschaftskritik einen Porträttypus, der singulär in der deutschen Kunst der zwanziger Jahre steht. Die darin bisweilen ins Absonderliche spielende Vorliebe für extreme Ausdrucksformen findet ihre ergänzende Abrundung in einer peniblen Technik der Malweise. Birkle konzentriert sich, genau dem klassischen Kanon der Bildnismalerei folgend, vornehmlich auf Hände und Gesicht. Doch bei aller Skurrilität der Interpretation wahrt der Maler seinen Modellen immer eine gewisse Würde, indem er sie im Kontext seiner Zeit sieht. Birkle spürt in seinen Porträts der Vergänglichkeit in besonderer Weise nach, jedoch weniger im Sinne einer Vanitas, des Bedauerns um den Verlust irdischer Gunst. Seine Porträts tragen das Wissen um diesen Verlust bereits in sich. Die Tristesse des Allzumenschlichen wird hier auf sublime Weise vorgetragen, ohne sich anklägerisch in den Vordergrund zu drängen. So sind uns Birkles Gestalten nah und dank der malerischen Delikatesse, mit der sie vorgetragen werden, selbst in ihrer gewissen Theatralik weder lächerlich noch prätentiös. [KD]

68
Albert Birkle
Mann mit Pelzmütze (Mein Bruder Tier), 1923.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 60.000
Ergebnis:
€ 78.200

(inkl. 15% Käuferaufgeld)
 


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