Auktion: 612 / Evening Sale am 04.12.2026 in München → Lot 125001507
125001507
Albert Oehlen
Am Wasser, 1985.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
125001507
Albert Oehlen
Am Wasser, 1985.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
Albert Oehlen
1954
Am Wasser. 1985.
Öl auf Leinwand.
Rechts unten signiert und datiert. Verso auf dem Keilrahmen handschriftlich betitelt "Am Wasser". 130 x 169,5 cm (51,1 x 66,7 in).
[AR].
• Unverkennbar radikal und kompromisslos: malerisches Statement, das traditionelle Bildmotive und Schönheitsideale gezielt unterläuft.
• Spiegelung im Wasser - kunsthistorisch Symbol für Selbstreflexion, Wahrheit und Schönheit - wird bei Oehlen ins Gegenteil verkehrt und ohne narrativen Kontext zum leeren Zeichen.
• Bad Boy: Gemeinsam mit Martin Kippenberger prägt Albert Oehlen mit seinen rebellischen, provozierenden Werken die Kunst einer ganzen Generation.
• Aus der gesuchten Schaffenszeit Mitte der 1980er Jahre.
• Im Entstehungsjahr erworben, seitdem Teil der Sammlung Deutsche Bank.
• Weitere Arbeiten des Künstlers befinden sich u. a. im Centre Pompidou, Paris, der Tate Gallery, London, und dem Museum of Modern Art, New York.
PROVENIENZ: Sammlung Deutsche Bank (seit 1985, Galerie Max Hetzler, Köln, verso m. Etikett).
1954
Am Wasser. 1985.
Öl auf Leinwand.
Rechts unten signiert und datiert. Verso auf dem Keilrahmen handschriftlich betitelt "Am Wasser". 130 x 169,5 cm (51,1 x 66,7 in).
[AR].
• Unverkennbar radikal und kompromisslos: malerisches Statement, das traditionelle Bildmotive und Schönheitsideale gezielt unterläuft.
• Spiegelung im Wasser - kunsthistorisch Symbol für Selbstreflexion, Wahrheit und Schönheit - wird bei Oehlen ins Gegenteil verkehrt und ohne narrativen Kontext zum leeren Zeichen.
• Bad Boy: Gemeinsam mit Martin Kippenberger prägt Albert Oehlen mit seinen rebellischen, provozierenden Werken die Kunst einer ganzen Generation.
• Aus der gesuchten Schaffenszeit Mitte der 1980er Jahre.
• Im Entstehungsjahr erworben, seitdem Teil der Sammlung Deutsche Bank.
• Weitere Arbeiten des Künstlers befinden sich u. a. im Centre Pompidou, Paris, der Tate Gallery, London, und dem Museum of Modern Art, New York.
PROVENIENZ: Sammlung Deutsche Bank (seit 1985, Galerie Max Hetzler, Köln, verso m. Etikett).
Albert Oehlens Schaffen der 1980er Jahre ist unverkennbar radikal und kompromisslos. Gemeinsam mit Martin Kippenberger prägt er mit seinen rebellischen, provozierenden Werken die Kunst einer ganzen Generation, einer Generation, die von der Überzeugung getragen war, dass Kunst keine Rechtfertigung braucht, kein Mittel zum Zweck sein darf, sondern für sich selbst stehen muss und somit lediglich dem Selbstzweck dienen kann. Begünstigt durch das neue Lebensgefühl der 1980er Jahre, das zwischen Exzess und Desillusionierung schwankt, zählte Albert Oehlen zum engeren Umfeld rund um Martin Kippenberger und Werner Büttner. Sie verband das gemeinsame Ziel, die Grenzen der Malerei auszureizen, malerische Traditionen in Frage zu stellen, Normen und gesellschaftliche Restriktionen bewusst zu überschreiten und die Toleranz des Kunstestablishments regelmäßig auf die Probe zu stellen. Eine Haltung, die sich nicht nur in der Kunst äußerte, sondern auch im Auftreten der Künstler, einer selbstbewussten, losen Gruppe, die mit ihren Ausschweifungen und Auftritten Schlagzeilen machten und mit ihrer Kunst einen Nerv traf.
Auch in der Arbeit "Am Wasser" von 1985 findet sich diese Haltung. Dominiert von Braun- und Beigetönen, deren Einsatz als bewusst anti-ästhetische Farbwahl funktioniert, positioniert Albert Oehlen in der Bildmitte ein undefinierbares Objekt, das einer Art Bootsrumpf oder einem architektonischen Gebilde nachempfunden zu sein scheint. Mit seiner unteren Spitze touchiert es eine unsichtbare Wasseroberfläche, die durch drei einfache, dunkelblaue Kreise angedeutet ist. Eine Spiegelung ist zu erahnen, der Hintergrund bleibt jedoch undefiniert. Was wie eine unfertige Skizze wirkt, ist in Wahrheit eine gezielte Demontage traditioneller Bildmotive. Die Spiegelung im Wasser – ein kunsthistorisch aufgeladenes Symbol für Selbstreflexion, Wahrheit und Schönheit – wird bei Albert Oehlen ohne narrativen Kontext zum leeren Zeichen und die Malerei zum reinen Selbstzweck, die sich bewusst jeder Deutung entzieht. Es ist malerisch perfektionierte Imperfektion und Anti-Ästhetik, und letztlich Ausdruck für Albert Oehlens Wahrheit der Malerei, deren Bilder sich dadurch auszeichnen, dass sie keine Entschuldigungen benötigen, keine Begründungen. [AR]
Auch in der Arbeit "Am Wasser" von 1985 findet sich diese Haltung. Dominiert von Braun- und Beigetönen, deren Einsatz als bewusst anti-ästhetische Farbwahl funktioniert, positioniert Albert Oehlen in der Bildmitte ein undefinierbares Objekt, das einer Art Bootsrumpf oder einem architektonischen Gebilde nachempfunden zu sein scheint. Mit seiner unteren Spitze touchiert es eine unsichtbare Wasseroberfläche, die durch drei einfache, dunkelblaue Kreise angedeutet ist. Eine Spiegelung ist zu erahnen, der Hintergrund bleibt jedoch undefiniert. Was wie eine unfertige Skizze wirkt, ist in Wahrheit eine gezielte Demontage traditioneller Bildmotive. Die Spiegelung im Wasser – ein kunsthistorisch aufgeladenes Symbol für Selbstreflexion, Wahrheit und Schönheit – wird bei Albert Oehlen ohne narrativen Kontext zum leeren Zeichen und die Malerei zum reinen Selbstzweck, die sich bewusst jeder Deutung entzieht. Es ist malerisch perfektionierte Imperfektion und Anti-Ästhetik, und letztlich Ausdruck für Albert Oehlens Wahrheit der Malerei, deren Bilder sich dadurch auszeichnen, dass sie keine Entschuldigungen benötigen, keine Begründungen. [AR]
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