126000840
Hans Hartung
T1962-R42, 1962.
Vinylfarbe und Grattage auf Leinwand
Schätzpreis: € 80.000 - 120.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
126000840
Hans Hartung
T1962-R42, 1962.
Vinylfarbe und Grattage auf Leinwand
Schätzpreis: € 80.000 - 120.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
 

Hans Hartung
1904 - 1989

T1962-R42. 1962.
Vinylfarbe und Grattage auf Leinwand.
Links unten signiert und datiert. 34,5 x 150 cm (13,5 x 59 in).
[AR].

• Der Strich ist das zentrale Charakteristikum in Hartungs facettenreichem Œuvre.
• Ausgeprägtes Querformat, vor dessen dunklem Hintergrund die eingeritzten und gekratzten Spuren bei Lichteinfall eine starke Leuchtkraft entwickeln.
• Seit fast 30 Jahren Teil derselben Privatsammlung.
• Erstmals auf dem internationalen Auktionsmarkt angeboten (Quelle: artprice.com).
• Vergleichbare Querformate aus dem Jahr 1962 befinden sich in internationalen Sammlungen wie der National Gallery of Iceland, Reykjavik, der Sammlung Würth, Künzelsau, und der Peggy Guggenheim Collection, Venedig
.

Das Werk ist im Archiv der Fondation Hans Hartung et Anna-Eva Bergman, Antibes, registriert und wird in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis aufgenommen.

PROVENIENZ: Galerie Marwan Hoss, Paris.
Privatsammlung Norddeutschland (1997 vom Vorgenannten erworben).

Die dynamische Kraft und Intention der Malerei des Künstlers Hans Hartung entsteht durch die einzigartige und intensive Spannung der Linien, die seine malerische Sprache prägen. So wird wie bei seinen Zeitgenossen Willi Baumeister oder Ernst-Wilhelm Nay auch bei Hans Hartung "Abstraktion zur Weltsprache" (zit. nach: Hans-Werner Schmidt, Dirk Luckow (Hrsg.), Spontanes Kalkül, Bielefeld/Leipzig 2007, S. 5), die mit universaler Verständlichkeit und gleichzeitig individueller Einfühlsamkeit einen Dialog zwischen der Malerei und den Betrachtenden herstellt.

Hans Hartung kreiert sein eigenes Vokabular. Er spricht durch Flecken, Kurven, Linien und sich wiederholende Rhythmen, und zieht sich zugleich zurück, um das Zwiegespräch zwischen Betrachtendem und Kunstwerk zu ermöglichen. In seinem Kunstwerk "T1962-R42" besticht Hartung nicht nur durch seine Formensprache, sondern auch durch seine technisch-reflektierte Vorgehensweise. Die Loslösung von der Ölfarbe hin zu Vinyl- und Acrylfarben, die schneller trocknen und eine spontanere Bearbeitung ermöglichen, ist essenziell für die weichen, träumerisch-nebligen Farbverläufe des Hintergrunds, aus dem die gekratzten Strich-Muster des Künstlers klar hervortreten. Die Linien und deren Komposition greifen kraftvoll und impulsiv ineinander, übereinander, sind miteinander verbunden und zugleich offen. Die Basis und die Verankerung für diese Expressivität der Linie bildet der dunkle Farbgrund. Als plastisch-oberflächliche Kerben, Rillen und Ritzungen greifen die Linien in die Materialität des Werks ein und legen eine hellere, leuchtende Farbigkeit frei. Die spielerische Harmonie der beiden gegensätzlichen Gestaltungsmerkmale gibt Hartungs Werk eine außergewöhnliche Klarheit und Präzision. "Ich halte es für notwendig, dass Strich und Fleck vom Menschen ausgeführt werden und ihn in seiner Totalität zum Ausdruck zu bringen." (Hans Hartung, zit. nach: Jean Saucet, Besuch im Atelier von Hans Hartung, Arts, 1953, 17-23, 4, in: Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen Düsseldorf (Hrsg.), Hans Hartung, Düsseldorf 1963, o. S.)

Hartung führt im Jahr 1962 mehrere Gemälde im prägnanten Querformat aus, die heute in der National Gallery of Iceland, Reykjavik ("T1962-E10"), in der renommierten Sammlung Würth, Künzelsau ("T1962-U26"), oder in der Peggy Guggenheim Collection, Venedig ("T1962-E15") zu finden sind.
Hartung zeigt in "T1962-R42" eine originäre und stimmige Bildästhetik, die typische und vielschichtige Merkmale seines Werks in den 1960er Jahren aufgreift. [AH].





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