75
Karl Schmidt-Rottluff
Bauernhof in Rumbke am Lebasee, 1939.
Aquarell
Schätzung:
€ 25.000 Ergebnis:
€ 51.240 (inkl. Käuferaufgeld)
Bauernhof in Rumbke am Lebasee. Um 1939.
Aquarell und Tuschpinselzeichnung.
Rechts unten signiert. Auf kartonstarkem Velin. 50 x 70 cm (19,6 x 27,5 in), blattgroß.
Mit einer schriftlichen Expertise von Herrn Prof. Hermann Gerlinger, Würzburg, vom 10.11.2012.
PROVENIENZ: Galerie Westenhoff, Hamburg.
Galerie Schlichtenmaier, Schloss Dätzingen Grafenau (auf der Rahmenabdeckung mit dem Etikett).
Galerie Rosenbach, Hannover.
Privatsammlung Norddeutschland.
Der Maler, Grafiker und Plastiker Karl Schmidt wird 1884 in Rottluff bei Chemnitz als Sohn eines Müllers geboren.1905 beginnt Schmidt-Rottluff ein Architekturstudium an der Technischen Universität in Dresden. Im selben Jahr gründet er mit Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Fritz Bleyl die Künstlergemeinschaft "Brücke". 1906 erscheint die erste gemeinsame Grafikmappe. In seinen expressionistischen Bildern verleiht der Maler der leidenschaftlich aufgetragenen und bildbestimmenden Farbe eine intensive Leuchtkraft und geht in der Verwendung der unvermischten Primärfarben im Vergleich zu seinen Künstlerkollegen am weitesten. Bis 1912 hält sich Schmidt-Rottluff immer wieder für längere Zeit in Dangast und Dangastermoor bei Varel in Oldenburg auf, wo er zahlreiche Motive für seine Landschaftsgemälde findet. Mit seiner Übersiedlung nach Berlin im Jahr 1911 wendet er sich verstärkt formalen Problemen zu und entwickelt eine zunehmend reduzierte, geometrische Formensprache. Der Ausbruch des Krieges 1914 unterbricht diese Entwicklung. 1913 löst sich die Künstlergemenschaft "Die Brücke" auf. Während seines Militärdienstes entsteht ein Zyklus von religiösen Holzschnitten, in dem Schmidt-Rottluff die Schrecken des Krieges verarbeitet und der als sein grafisches Hauptwerk gilt. 1918 kehrt er nach Berlin zurück. Seinen Arbeitsrhythmus mit Malreisen im Sommer und der Atelierarbeit im Winter behält er auch in den zwanziger Jahren bei. Aufenthalte in Pommern, am Lebasee, im Tessin und im Taunus, ferner in Rom als Studiengast der deutschen Akademie in der Villa Massimo (1930) inspirieren Schmidt-Rottluff zu seinen reifen Stillleben und Landschaften. 1937 wird seine Kunst auf der Münchner Ausstellung "Entartete Kunst" diffamiert.
Bis 1943 gelingt es Schmidt-Rottluff trotz aller Widrigkeiten, die Sommer in Rumbke am Lebasee zu verbringen. Es sind hauptsächlich Aquarelle, die dort während Schmidt-Rottluffs Malverbot entstehen. Die ländliche Umgebung liefert die Motive und für Karl Schmidt-Rottluff, der sich im Laufe der zwanziger Jahre eine eigene expressiv-realistische Interpretation erarbeitet hatte, sind diese Aufenthalte Ruhepunkt und künstlerische Entfaltungsmöglichkeit zugleich. Die Motive sind unverfänglich und sollten es in der Folge auch bleiben. Landschaften und Stillleben bleiben die bevorzugten Motive. Die Komposition ist auf räumliche Wirkung bedacht und der Farbkanon innerhalb der strukturierenden Pinselzeichnung von lebhafter Frische.
Nach dem Zweiten Weltkrieg nimmt Schmidt-Rottluff einen Lehrstuhl an der (West-) Berliner Hochschule für bildende Künste an. Sein Spätwerk schließt motivisch an die expressionistische Phase an, ist farblich jedoch differenzierter und weniger intensiv. Der als Erneuerer der Kunst, als Revolutionär Angetretene erhält 1956 den Orden "Pour le Mérite" und sieht sich als Klassiker geehrt. 1967 wird das auf seine Initiative hin gegründete Brücke-Museum in Berlin eröffnet. Zahlreiche Ausstellungen in der Bundesrepublik ehren Karl Schmidt-Rottluff, der von der Kunstgeschichte zu den wichtigsten Vertretern des Deutschen Expressionismus gezählt wird. [KD].
Aquarell und Tuschpinselzeichnung.
Rechts unten signiert. Auf kartonstarkem Velin. 50 x 70 cm (19,6 x 27,5 in), blattgroß.
Mit einer schriftlichen Expertise von Herrn Prof. Hermann Gerlinger, Würzburg, vom 10.11.2012.
PROVENIENZ: Galerie Westenhoff, Hamburg.
Galerie Schlichtenmaier, Schloss Dätzingen Grafenau (auf der Rahmenabdeckung mit dem Etikett).
Galerie Rosenbach, Hannover.
Privatsammlung Norddeutschland.
Der Maler, Grafiker und Plastiker Karl Schmidt wird 1884 in Rottluff bei Chemnitz als Sohn eines Müllers geboren.1905 beginnt Schmidt-Rottluff ein Architekturstudium an der Technischen Universität in Dresden. Im selben Jahr gründet er mit Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Fritz Bleyl die Künstlergemeinschaft "Brücke". 1906 erscheint die erste gemeinsame Grafikmappe. In seinen expressionistischen Bildern verleiht der Maler der leidenschaftlich aufgetragenen und bildbestimmenden Farbe eine intensive Leuchtkraft und geht in der Verwendung der unvermischten Primärfarben im Vergleich zu seinen Künstlerkollegen am weitesten. Bis 1912 hält sich Schmidt-Rottluff immer wieder für längere Zeit in Dangast und Dangastermoor bei Varel in Oldenburg auf, wo er zahlreiche Motive für seine Landschaftsgemälde findet. Mit seiner Übersiedlung nach Berlin im Jahr 1911 wendet er sich verstärkt formalen Problemen zu und entwickelt eine zunehmend reduzierte, geometrische Formensprache. Der Ausbruch des Krieges 1914 unterbricht diese Entwicklung. 1913 löst sich die Künstlergemenschaft "Die Brücke" auf. Während seines Militärdienstes entsteht ein Zyklus von religiösen Holzschnitten, in dem Schmidt-Rottluff die Schrecken des Krieges verarbeitet und der als sein grafisches Hauptwerk gilt. 1918 kehrt er nach Berlin zurück. Seinen Arbeitsrhythmus mit Malreisen im Sommer und der Atelierarbeit im Winter behält er auch in den zwanziger Jahren bei. Aufenthalte in Pommern, am Lebasee, im Tessin und im Taunus, ferner in Rom als Studiengast der deutschen Akademie in der Villa Massimo (1930) inspirieren Schmidt-Rottluff zu seinen reifen Stillleben und Landschaften. 1937 wird seine Kunst auf der Münchner Ausstellung "Entartete Kunst" diffamiert.
Bis 1943 gelingt es Schmidt-Rottluff trotz aller Widrigkeiten, die Sommer in Rumbke am Lebasee zu verbringen. Es sind hauptsächlich Aquarelle, die dort während Schmidt-Rottluffs Malverbot entstehen. Die ländliche Umgebung liefert die Motive und für Karl Schmidt-Rottluff, der sich im Laufe der zwanziger Jahre eine eigene expressiv-realistische Interpretation erarbeitet hatte, sind diese Aufenthalte Ruhepunkt und künstlerische Entfaltungsmöglichkeit zugleich. Die Motive sind unverfänglich und sollten es in der Folge auch bleiben. Landschaften und Stillleben bleiben die bevorzugten Motive. Die Komposition ist auf räumliche Wirkung bedacht und der Farbkanon innerhalb der strukturierenden Pinselzeichnung von lebhafter Frische.
Nach dem Zweiten Weltkrieg nimmt Schmidt-Rottluff einen Lehrstuhl an der (West-) Berliner Hochschule für bildende Künste an. Sein Spätwerk schließt motivisch an die expressionistische Phase an, ist farblich jedoch differenzierter und weniger intensiv. Der als Erneuerer der Kunst, als Revolutionär Angetretene erhält 1956 den Orden "Pour le Mérite" und sieht sich als Klassiker geehrt. 1967 wird das auf seine Initiative hin gegründete Brücke-Museum in Berlin eröffnet. Zahlreiche Ausstellungen in der Bundesrepublik ehren Karl Schmidt-Rottluff, der von der Kunstgeschichte zu den wichtigsten Vertretern des Deutschen Expressionismus gezählt wird. [KD].
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