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Suprematismus

Der Suprematismus ist eine von Kasimir Malewitsch (1878-1935) begründete Kunstströmung im Umkreis des Konstruktivismus und entstand um 1913. Erstmalig im "Suprematistischen Manifest" von 1915 und später in diversen weiteren Schriften formulierte Kasimir Malewitsch die theoretischen Grundlagen des Suprematismus und proklamierte darin dessen völlige Befreiung vom Gegenstand, die zum absoluten und reinen Empfinden führe. Gleichzeitig spielte in den suprematistischen Kunstwerken die Vorstellung von Unendlichkeit eine wichtige Rolle. Vor diesem Hintergrund ist die Wahl des Namens verständlich, geht die Bezeichnung Suprematismus etymologisch doch auf das lateinische Wort "supremus" zurück und bedeutet "höchst" oder "äußerst".
Wegweisende und notwendige Voraussetzung für die Entstehung des Suprematismus ist in der konstruktivistischen Herkunft Kasimir Malewitschs zu sehen, war dort doch die Abkehr vom mimetischen Abbild und die Verwendung geometrischer Formen bereits vollzogen worden. Auf formaler Ebene ist auch der Suprematismus durch den radikalen und konsequenten Einsatz einfacher geometrischer Formen gekennzeichnet. Diese Formen, vor einem neutral gehaltenen Hintergrund in der Fläche angeordnet, sollten zu einem neuen Empfinden von Raumstrukturen führen.
Kasimir Malewitschs "Schwarzes Quadrat auf weißem Grund" (um 1915) gilt in seiner äußersten Konzentration auf die reine Form, deren Gegenstandslosigkeit zugleich ihre Vollkommenheit ist, als Ikone der suprematistischen Kunst.
Der Suprematismus Kasimir Malewitschs beeinflusste unter anderem Naum Gabo, Iwan Kljun, Antoine Pevsner, Ljubow Popowa, Iwan Puni, Alexander Rodtschenko, Nikolai Suetin, Wladimir Tatlin und El Lissitzky. Außerdem war die von 1919 bis 1922 an den Staatlichen Freien Kunstwerkstätten in Vitebsk bestehende Gruppe UNOVIS, zu deren Mitgliedern Kasimir Malewitsch und El Lissitzky zählten, maßgeblich an der Verbreitung des Suprematismus beteiligt.


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