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Spätromantik

In der Malerei sind spätromantische Tendenzen bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein bemerkbar. Das Werk des Dresdner Malers und Graphikers Adrian Ludwig Richter (1803-84) weist zwei Schwerpunkte auf. Einerseits gilt er als wichtigster spätromantischer Landschaftsmaler, in dessen idyllischen Szenen häufig Figurengruppen, mit denen kleine Geschichten erzählt werden, in der Natur zu sehen sind. Andererseits entstand ein umfangreiches graphisches Oeuvre, das ein breites Themenspektrum mit Szenen aus der Märchenwelt, Erbaulichem und Volkstümlichem abdeckt. Auch hierin spielen vegetabile Ornamente eine wichtige dekorative wie symbolische Rolle.
Neben Richter ist Moritz von Schwind (1804-71) zu nennen. In Wien geboren und ausgebildet, kam er 1828 nach München, wo er vor allem von Peter von Cornelius beeinflusst wurde und den Weg zu einem monumentaleren Stil einschlug. Dies wird besonders in Schwinds Wandmalereien offenbar, unter anderem in der Münchner Residenz und auf der Wartburg, wo er 1854-55 den "Sängerstreit" und Szenen aus dem Leben der heiligen Elisabeth ausführte. Wie bei Richter finden sich in Moritz von Schwinds Werk neben Historien auch Märchenszenen, wobei diese eher alltäglich aufgefassten Sujets beider Künstler bereits auf das Biedermeier weisen und damit beispielsweise den Arbeiten eines Franz Graf von Pocci (1807-76) nahe stehen.


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