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Skandinavisches Rokoko

Auch in den skandinavischen Ländern orientierte man sich im 18. Jahrhundert am französischen Rokoko, wobei in besonderem Maße die zweite Jahrhunderthälfte Anknüpfungspunkte bereithält. Gattungsspezifisch herrschte dabei klar die Porträtkunst vor, wie die Schweden Alexander Roslin (1718-93), der jüngere Lorenz Pasch, Gustaf Lundberg, Per Krafft d.Ä. und Adolf Ulric Wertmüller belegen. Die Genannten hatten zudem sämtlich einige Jahre in Paris verbracht, um sich dort zu schulen. Auch in Dänemark orientierte man sich an den Rokokobildnissen Frankreichs, hier im Vergleich mit den schwedischen Meistern mehr im Darstellungstypus als im Stil.
Eine spezifische Sonderform des skandinavischen Rokoko war in Kopenhagen vertreten. Hauptmeister dieser in einem temperamentvoll-erregten Stil wirkenden Kopenhagener Bildnisschule war Carl Gustaf Pilo (um 1711-93), ihm steht etwa Vigilius Erichsen zur Seite.
International bedeutsam und Begründer eines natürlichen, liebenswürdigen und zugleich tiefsinnigen Porträtstils war Jens Juel (1745-1802), der an der renommierten Kopenhagener Akademie lehrte. Auf dem Feld der Landschaftskunst - zunächst in aufgewerteten Bildhintergründen, schließlich als separates Motiv - wirkte Juels Werk ebenfalls anregend. Juel unterrichtete neben anderen Philipp Otto Runge, den Hauptvertreter der deutschen Frühromantik. Nicolai Abraham Abildgaard (1743-1809) prägte im Fach der Historie einen klassizistischen Stil und entlieh seine Motive oftmals der Antike oder dem nordischen Sagenschatz. Ebenso wie Jens Juel weist auch Abildgaard in seiner Kunstauffassung bereits in das 19. Jahrhundert.


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