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Schule der Neuen Prächtigkeit

Manfred Bluth (1926-2002), Johannes Grützke (geb. 1937), Matthias Koeppel (geb. 1937) und Karlheinz Ziegler (1935-2008) hatten sich im Januar 1973 in Berlin zur "Schule der Neuen Prächtigkeit" zusammengeschlossen und präsentierten sich im Mai desselben Jahres erstmals mit einem "Aufruf als Vorwort zu den Manifesten der Schule der Neuen Prächtigkeit" und einer Theateraufführung der Öffentlichkeit. Ziel der "Schule der Neuen Prächtigkeit" war es nach deren "Aufruf", die "Prächtigkeit neu zu entdecken", dies jedoch nicht im Sinne eines Prunks vergangener Epochen, sondern als Ausdruck "gesteigerter Empfindung", wie er auch in Kargheit und Ernsthaftigkeit zu finden ist.
Stilistisch hatte sich die "Schule der Neuen Prächtigkeit" einem realistisch-figurativen, teils auch surrealistisch wirkenden Stil verschrieben und nahm auch augenzwinkernd Bezug auf die ältere Kunstgeschichte. Verbindungen zum "Kritischen Realismus" bestehen etwa im Werk von Johannes Grützke.
Zu den bedeutenden Werken der "Schule der Neuen Prächtigkeit" rechnet beispielsweise der allegorisch-ernste, ironisch gewürzte "Besuch bei Ingres", den Manfred Bluth 1974 schuf und der die Maler der "Schule der Neuen Prächtigkeit" mit deren "Leiterin" Gisela Pulß im Atelier des französischen Klassizisten zeigt. Nicht minder ironisch wirkt Johannes Grützkes in geradezu altmeisterlicher Manier gemaltes, karikierend überzeichnetes "Theater der Freundschaft" (1974) aus in irritierende Bewegung verstrickten, üppigen "Rubensdamen". Surreal übersteigert erscheint das "Jüngste Gericht des Lucas van Leyden, nachgestellt durch die Schule der Neuen Prächtigkeit am Anhalter Bahnhof" von Matthias Koeppel.


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