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Protorenaissance

Der von Jacob Burckhardt eingeführte Begriff "Protorenaissance" bezeichnet die Epoche der Vorrenaissance. Bereits zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert begannen Maler, Bildhauer und Architekten, sich verstärkt an der Kunst der griechischen und römischen Antike zu orientieren. Topographisch lässt sich die Protorenaissance auf Italien, dort vor allem die Toscana, und - wenngleich hier ungleich schwächer ausgebildet - Südfrankreich eingrenzen. Wichtige Impulse lieferte die Protorenaissance für die sich ab dem Beginn des 15. Jahrhunderts zu voller Blüte entfaltende Kunst der Renaissance.
Für die Bildhauerei lässt sich Nicola Pisano (1220/25-78) als Hauptvertreter benennen. Die Bildsprache seiner Reliefs verdankt sich der Rezeption antiker Werke, aus deren Studium er eine neue Art der Naturbeobachtung und damit eine eigene Auffassung der Behandlung von Faltenwürfen, Gewändern und der darunter sich abzeichnenden Körper ableitete.
Aufgrund einer strengen Orientierung an der klaren Raumaufteilung frühchristlicher Basiliken und der reichen Marmorverkleidung von Außenbau und Innenraum gilt die Florentiner Kirche San Miniato al Monte (1013/18-um 1207) als Hauptwerk der Protorenaissance-Architektur. Insbesondere Marmorinkrustationen, die den Bauten eine herrschaftliche und mächtige Prägung verliehen, sollten in der Folge zu einem Charakteristikum der Kirchenbauten der Protorenaissance werden, so beispielsweise am Baptisterium in Florenz (11.-12. Jh.) oder am Pisaner Dom (ab 1063).


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