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Hochbarock in England

Der englische Barock hat insbesondere auf dem Feld der Baukunst Bedeutung erlangt. Hier herrschte der Palladianismus im Sinne eines strengen, klassizistischen Stils deutlich vor, auch, da der auf der Insel kaum ausgeprägte Manierismus entsprechend wenig Nachwirkung entfaltete. Vorbild des palladianischen Stils waren die antikisierenden, oft tempelhaft wirkenden Bauten Andrea Palladios (1508-80), als dessen Hauptwerke die venezianischen Kirchen S. Giorgio Maggiore und Il Redentore, in Vicenza das Teatro Olimpico und die Villa Rotonda gelten. Neben England war der ruhige, harmonische Palladianismus auch in der Baukunst Frankreichs verbreitet (Classicisme), in Italien wurde er dagegen schon im früheren 17. Jahrhundert von hochbarock-bewegter Architektur nach römischem Vorbild abgelöst.
Hauptvertreter des englischen Palladianismus ist Inigo Jones (1573-1652), der den Stil aus Italien importierte. Zu seinen Meisterstücken zählt das "Queen`s House", die königliche Villa in Greenwich (vollendet 1635). Neben William Kent, der auch als Innenarchitekt und im Möbelentwurf sehr erfolgreich war, folgte Sir Christopher Wren (1632-1723) Jones nach. Wren zeichnete auch für den Wiederaufbau Londons nach dem verheerenden Stadtbrand von 1666 verantwortlich und schuf in diesem Kontext im letzten Jahrhundertviertel auch sein Hauptwerk, die Londoner Saint Paul's Cathedral.
In der Malerei des Hochbarock stand England ganz unter flämischem Einfluss, besonders das Werk van Dycks, der 1632 nach London übersiedelt war, wirkte stilbildend. In der Skulptur berief man sich ebenfalls auf flämische und auch auf italienische Vorbilder.


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