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Auktion: 468 / Klassische Moderne I am 09.06.2018 in München Lot 696

 
Objektbeschreibung
Helle Erscheinung. 1916.
Öl auf bräunlichem Papier, auf kartonkaschierter Holzplatte.
Jawlensky/Pironi-Jawlensky 736. Links unten signiert. Verso von Andreas Jawlensky, Sohn des Künstlers, datiert, betitelt und bezeichnet. 50,5 x 32,7 cm (19,8 x 12,8 in).

PROVENIENZ: Aus dem Nachlass des Künstlers.
Galerie Grosshenning, Düsseldorf (vom Vorgenannten am 17. März 1966 erworben).
Privatsammlung (vom Vorgenannten 1966 erworben und bei der nachfolgenden Auktion eingeliefert).
Sotheby`s, London, Impressionist and Modern Painting and sculpture, 29. Juni 1983, Kat Nr. 49, mit Abb.
Christie's London, 28 November 1988, Kat. Nr. 43, Abb. S.109
Privatsammlung (in der vorgenannten Auktion erworben).
Christie`s London, 7. Oktober 1999, Kat. Nr. 118, mit Abb. S. 183.
Privatsammlung Großbritannien (in der vorgenannten Auktion erworben).

AUSSTELLUNG: Alexej von Jawlensky, Galerie Krugier, Genf 1963, Kat. Nr. 26.
Waterhouse & Dodd, New York/London (verso mit dem Etikett).

LITERATUR: Clemens Weiler, Alexej Jawlensky. Köpfe - Gesichte - Meditationen, Hanau 1970, Kat. Nr. 158 (hier unter dem Titel "Blaue Augen, rosa Mund").
"Es war mir notwendig, eine Form für das Gesicht zu finden, da ich verstanden hatte, daß die große Kunst nur mit religiösem Gefühl gemalt werden soll. Und das konnte ich nur in das menschliche Antlitz bringen."
Alexej von Jawlensky, zit. nach: C. Wieler, 1970

Essay
Alexej von Jawlenskys Stil ist anfänglich beeinflusst von den Fauves und hier besonders von Matisse. Dann aber findet der Maler seinen eigenen expressionistischen Stil, dem eine starke Farbigkeit in einfacher Zeichnung zu eigen ist. Bekannt und zahlreich sind Jawlenskys ab 1918 entstehende abstrakte Köpfe und seine daraus hervorgehenden, nochmals stärker im Sinne eines Ikon abstrahierten "Meditationen", die Jawlensky in seinen letzten, krankheitsbedingt stark eingeschränkten Lebensjahren in kleinem Format geschaffen hat. "Ich habe viele Gesichte gemalt. Ich saß in meinem Atelier und malte, und mir war die Natur als Souffleur nicht notwendig. Mir war genug, wenn ich mich selbst vertiefte, betete und meine Seele vorbereitete in einen religiösen Zustand. Die Gesichte sind sehr vollkommen in der Technik und strahlen große Geistigkeit aus." (zit. nach: Clemens Weiler, Alexej Jawlensky. Köpfe, Gesichte, Meditationen, Hanau 1970, o.S.).
Deutlich seltener jedoch als diese sind Jawlenskys stark abstrahierte `Mystische Köpfe`, die - wie das vorliegende Mädchenbildnis, das eine Art Auftakt in diese lose, 1916 einsetzende Folge darstellt - nicht nur durch ihre leuchtende Farbigkeit und souveräne Konturierung überzeugen. Vielmehr sind diese während der Kriegsjahre in St. Perx am Genfer See entstandenen Bildnisse mit ihren großen, stilisierten mandelförmigen Augen, die nur noch ein Minimum an Porträtähnlichkeit zu den weiblichen Modellen offenbaren, zugleich bedeutende kunsthistorische Zeugnisse der zunehmenden Entindividualisierung des Gesichtes, wie sie für das malerische Œuvre Alexej von Jawlenskys von zentraler Bedeutung ist. Die zunehmende thematische Fokussierung und Fortentwicklung hat der Kunsthistoriker und Museumsdirektor Clemens Weiler folgendermaßen beurteilt: "Es gibt außer Jawlensky kaum einen anderen modernen Künstler, der mit solcher Folgerichtigkeit ein einziges Thema verfolgt hat. Der Maler hat die stilistischen Mittel seiner Zeit vom Expressionismus über den Kubismus zum Konstruktivismus verwendet und ihnen die Subtilität und Ausdruckskraft einer Farbe hinzugefügt, die bis an die Grenze des sichtbar Möglichen geht." (zit. nach: C. Weiler, Jawlensky, 1970, S. 13). [JS]
696
Alexej von Jawlensky
Helle Erscheinung, 1916.
Öl
Nachverkaufspreis: € 280.000
+
 


Weitere Abbildungen
Alexej von Jawlensky - Helle Erscheinung - Rahmenbild
Rahmenbild
 
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