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Auguste Rodin

Biografien
Auguste Rodin

*  1840 Paris
† 1917 Meudon


Der französische Bildhauer Auguste Rodin wird am 12.11.1840 in Paris geboren. 1854-1857 studiert er an der École Nationale des Arts Décoratifs in Paris. Er hat neben der künstlerischen auch eine Ausbildung als Steinmetz und Gießer. 1864-1871 arbeitet Rodin im Atelier von Albert-Ernest Carrier-Belleuse an Bauplastik. 1872-1874 ist er in Brüssel, wo er im Atelier van Rabourgs ebenfalls an Bauplastik arbeitet. 1875 unternimmt Auguste Rodin eine Reise nach Florenz und Rom, wo er die Werke Michelangelos studiert. 1876/77 beschäftigt sich Rodin mit den gotischen Kathedralen, es entsteht das von ihm illustrierte Buch "Die Kathedralen Frankreichs". 1879-1882 fertigt Auguste Rodin für Carrier-Belleuse, der Direktor der Keramikmanufaktur in Sèvres ist, Entwürfe für Keramikvasen.
Durch die Bekanntschaft mit dem Bildhauer Aimé Jules Dalou erlangt Rodin Zugang zu dem Kreis der Symbolisten um den Dichter Stéphane Mallarmé, von dem er in der Folgezeit gefördert wird. 1879 bewirbt sich Auguste Rodin mit der Statue "Johannes der Täufer" beim Salon, wird aufgenommen und erhält sogar eine Auszeichnung, nachdem er die Jahre davor mit seinen Arbeiten mehrfach abgewiesen worden war. 1880 erhält Rodin den Auftrag zur Gestaltung des Portals des Musée des Arts Décoratifs, das "Höllentor" stellt er jedoch bis zu seinem Lebensende nur in Entwürfen und Teilen fertig.
1883 lernt Auguste Rodin die junge Bildhauerin Camille Claudel kennen. In der künstlerischen Auseinandersetzung ist die Beziehung für beide schöpferisch ungemein anregend und inspirierend, wenngleich sie menschlich überwiegend von Schmerz und Frustration geprägt ist, bis es 1898 zum Bruch kommt.
Ab 1894 lebt und arbeitet Rodin in Meudon bei Paris. Bei der Weltausstellung in Paris im Jahr 1900 wird Rodin ein eigener Pavillon eingerichtet, in dem über 170 seiner Werke präsentiert werden. In den folgenden Jahren finden zahlreiche Ausstellungen in europäischen Städten teil. 1905/06 ist Rainer Maria Rilke als Rodins Privatsekretär tätig. 1907 kauft Rodin das Hôtel Biron, in dem er ebenfalls ein Atelier einrichtet. Nach seinem Tod entsteht hier das Musée Auguste Rodin.
Auguste Rodin gilt als der bedeutendste Bildhauer der europäischen Kunst im letzten Drittel des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Ihm gelingt es mit seinen Plastiken wie keinem anderen, seelische Erregungen mit einer ins Allgemeinmenschliche erhobenen Größe darzustellen. Die Figuren und Gruppen sind dabei manchmal nur soweit durchgestaltet oder aus dem Block herausgearbeitet, dass das Wesentliche angedeutet und bloßgelegt ist. Zu seinen Hauptwerken zählen "Das Eherne Zeitalter" (1875/76), "Der Denker" (1880), "Danaide" (1885), "Der Kuss" (1886), die Gruppenplastik "Bürger von Calais" (1884-1886), ein Denkmal für den Dichter Balzac (1897). Er fertigt auch zahlreiche Porträtbüsten bedeutender Zeitgenossen.
Auguste Rodin stirbt am 17.11.1917 in Meudon.