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Séction d`Or

"La Section d`Or" war der Name einer französischen Künstlergruppierung, die vorrangig von 1912 bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges wirkte. Die Gründung der "Section d`Or" ging im Kern auf die Künstler der sogenannten Puteaux-Gruppe zurück: Im Pariser Vorort Puteaux hatten sich Jacques Villon (eigentlich Gaston Émile Duchamp, 1875-1963), Jean Metzinger (1883-1956) und Albert Gleizes (1881-1953) schon vor 1912 zusammengefunden und gemeinsam überlegt, wie der Kubismus mit neuen Ideen zu beleben sei. 1912 kam es schließlich, ausgehend von der Puteaux-Gruppe, zur Gründung der "Section d`Or".
Im Oktober 1912 präsentierten 31 Künstler ihre Werke erstmals unter diesem Namen in Paris - unter den dort ausgestellten Arbeiten befand sich auch Marcel Duchamps berühmter "Akt, eine Treppe hinabsteigend" (1912). Auf diese erste Ausstellung der "Section d`Or", die in der Zwischenkriegszeit wiederbelebt wurde, folgten 1920 und 1925 zwei weitere Schauen. Auch eine nur kurzlebige Zeitschrift wurde unter dem Titel "La Section d`Or" veröffentlicht.
Die Bezeichnung "Section d`Or", zu deutsch "Goldener Schnitt", ging auf Jacques Villon zurück, der ein glühender Verehrer Leonardo da Vincis war. Mit der gewählten Bezeichnung sollte die Verbindung der in der Gruppierung vertretenen Künstler mit einer tendenziell mathematisch-rationalen Kunstauffassung und größtmöglicher, objektiver Harmonie ausgedrückt werden. Der Stil der Gruppe baute auf Kubismus und Orphismus auf, zeichnet sich aber im Vergleich mit dem Kubismus durch eine deutlichere intellektuelle Note, eine mathematische Basierung (oft auch in Bezug auf den namensgebenden "Goldenen Schnitt") und ein kraftvolles, leuchtendes Kolorit aus.
Mitglieder der "Section d`Or" waren die drei Duchamp-Brüder Marcel Duchamp (1887-1968), Raymond Duchamp-Villon (1876-1918) und Jacques Villon, ferner etwa Alexander Archipenko, Pierre Dumont, Albert Gleizes, Juan Gris, Frantisek Kupka, Marie Laurencin, Fernand Léger, André Lhote, André Mare, Jean Metzinger, Francis Picabia, Eugène Tirvert und Ernest Frédéric Wield.


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