Auktion: 418 / Wertvolle Bücher am 17./18.11.2014 in Hamburg Lot 476

 
476
Sachsenspiegel
Sachsenspiegel. 1569
Schätzung:
€ 1.500
Ergebnis:
€ 1.560

(inkl. 20% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Sachsenspiegel. Auffs newe ubersehen, mit Summariis und newen Additionen .. durch Chr. Zobel. Mit 1 blattgr. Wappen-Holzschnitt sowie Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel und am Ende. Leipzig, E. Vögelin 1569. Pgt. d. Zt. mit Überstehkanten, in modernem Pgt.-Schuber. Folio. 6 nn. Bll., 528 (recte 540) röm. num., 43 nn. Bll.

Berühmte Bearbeitung des Sachsenspiegels durch den sächsischen Juristen Christoph Zobel (1499-1560). Er "übersetzte den Sachsenspiegel in den Meißner Dialekt und ins Lateinische, um den Wünschen der sächsischen Praxis nach einem verständlichen Recht entgegenzukommen" (Kleinheyer/Schröder S. 341). Die Zobel'sche Übersetzung erschien mit seinen Glossen und Zusätzen erstmals 1535-37, die vorlieg. posthume Ausgabe mit den von Georg Menius (Zobels Schüler und Schwiegersohn) versehenen Ergänzungen aus seinem hs. Nachlaß erschien erstmals 1560. - VD 16, D 752. - BM STC, German Books S. 343. - Vgl. Stintzing/L. I, 549 und Kaspers S. 38. - Nicht bei Adams.
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Angeb.: Peinlich Halßgericht .. Keyser Carols deß Fünfften, und deß Heyligen Römischen Reichs peinlich Gerichts ordnung, auff den Reichßtägen zu Augspurg und Regenspurg, in jaren dreyssig, und zwey und dreyssig gehalten, auffgericht und beschlossen. Mit Titelholzschnitt und 6 Textholzschnitten sowie großer Holzschnittdruckermarke am Ende. Frankfurt, P. Schmidt für H. Feyerabend 1569. 6 nn., 29 röm. num. Bll. - Schön illustrierte Ausgabe der Carolina, die 1532 ratifiziert wurde. - Die Carolina schwächte den Sachsenspiegel ab, der u. a. für jeden Zauber die Todesstrafe vorsah, nach der Carolina soll nur Personenschaden durch Zauberei bestraft werden. "Die Hals- oder Peinliche Gerichtsordnung Kaiser Karls V. .. trägt als wahrhaft reformierendes Gesetzeswerk trotz ihrer ausdrücklich subsidiären Geltung zu einer weitgehenden Neugestaltung des Strafrechts bei .. und bleibt Grundlage und Ausgangspunkt eines gemeinen deutschen Strafrechts" (Kasper, S. 132). - Die interessanten Holzschnitte (vom Petrarcameister u. a.) stammen aus frühen Ausgaben. Gezeigt werden Reichstagssitzung, Jüngstes Gericht, Doppeladler über Wappen, Gerichtsverhandlung, Folterung und Peinliches Verhör. - VD 16, D 1086. - Nicht im BM STC und bei Adams.
Zustand für beide Werke: Stellenw. schwach gebräunt und tls. im Ober- und Unterrand etw. wasserrandig, vereinz. fleckig, 1 Bl. mit restaur. Einriß, vord. flieg. Vorsatz mit Eckabschnitt, vord. Innengelenk leicht gelockert. Ob. Kap. leicht eingerissen, untere Kap. mit kl. Fehlstelle, Ecken bestoßen. Insges. gutes Exemplar aus dem Besitz des Juristen Heinrich Giesebert (1604-77) mit dessen Besitzeintrag auf dem ersten Titelblatt, dat. 1649 (mit wenigen Marginalien und Unterstreichungen von seiner Hd.).

I: Famous translation by Chr. Zobel, this edition with the addenda from Zobels unpublished works by G. Menius. With fullpage woodcut coat-of-arms and woodcut printer's device. II: Fine illustrated edition of Carolina. With woodcut on title, 6 woodcuts in text and large woodcut printer's device at end. - Contemp. vellum in modern slipcase. - Partly slightly browned, some waterstaining in upper and lower white margins, few leaves fingerstained, front flying endpaper with corner cut-out, front inner joint slightly loosened. Head of spine slightly torn, foot of spine with marginal defect, edges bumped. Good copy from the library of the lawyer Heinrich Giesebert (1604-77) with his owner's entry on first title and some marginalia by his hand.

476
Sachsenspiegel
Sachsenspiegel. 1569
Schätzung:
€ 1.500
Ergebnis:
€ 1.560

(inkl. 20% Käuferaufgeld)