Auktion: 427 / Alte Meister und Kunst des 19. Jahrhunderts am 20.11.2015 in München Lot 131

 
131
Karl Friedrich Schinkel
Kopie nach - Landschaft mit Pilger, Um 1813.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 24.000
Ergebnis:
€ 62.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Kopie nach - Landschaft mit Pilger. Um 1813.
Öl auf Leinwand.
79 x 105 cm (31,1 x 41,3 in).

Wir danken Herrn Professor Dr. Helmut Börsch-Supan, Berlin, für die freundliche wissenschaftliche Unterstützung (mit einem Schreiben vom 21. März 2013).
Mit einem Infrarot-Reflektographie-Photo des Doerner-Instituts München vom 16. Oktober 2012.

PROVENIENZ: Walther Heinrich-Unus, Berlin (1932).
Seitdem in norddeutschem Familienbesitz.

AUSSTELLUNG: Deutsche Kunst im Zeitalter Goethes, Paul Cassirer, Berlin 1932, Nr. 211 (hier noch als Original geführt).
Karl Friedrich Schinkel. Architektur, Malerei, Kunstgewerbe, Orangerie des Schlosses Charlottenburg, Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten, Berlin 1981, Nr. 174, s/w-Abbildung S. 244 (hier noch als Original geführt; verso auf dem Rahmen mit dem Leihgabe-Etikett).

LITERATUR: Ernst Riehn, Karl Friedrich Schinkel als Landschaftsmaler, Dissertation (Masch.), Göttingen 1940, S. 248, Anm. 176.
Helmut Börsch-Supan, Bild-Erfindungen, München 2007, S. 358ff.

Essay
Der Verbleib des originalen Schinkel-Gemäldes "Landschaft mit Pilger" war bereits 1862 unbekannt und es gilt heute nach wie vor als verschollen. 1823 kopiert Wilhelm Ahlborn (1796-1857) im Auftrag des Konsuls Joachim Wilhelm Wagener in Berlin fünf Landschaften Schinkels, darunter auch die "Landschaft mit Pilger". Heute befindet sich dieses Gemälde im Puschkin-Museum in Moskau. Bei der Besprechung dieser Ahlborn-Kopie erwähnt Ernst Riehn bereits 1940 in seiner Dissertation, dass im Besitz der Familie Heinrich(-Unus) in Berlin eine zweite Kopie nach Schinkel existiere: Eben diese hier angebotene Kopie eines unbekannten Meisters, die in den Berliner Ausstellungen 1932 bei Cassirer und noch 1981 im Schloss Charlottenburg fälschlicherweise als Original von Schinkel ausgestellt und in den Katalogen beschrieben wird. Dies zeigt die große Qualität des unbekannten Kopisten, dem es trotz einiger Schwächen im Detail gelingt, die erhabene Stimmung des Schinkelgemäldes wiederzugeben. (Vgl. Helmut Börsch-Supan, Bild-Erfindungen, München 2007, S. 358ff). [CB].
131
Karl Friedrich Schinkel
Kopie nach - Landschaft mit Pilger, Um 1813.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 24.000
Ergebnis:
€ 62.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)