Auktion: 369 / Kunst nach 45/ Zeitgenössische Kunst am 12.06.2010 in München Lot 249

 
Karel Appel - Kopf


249
Karel Appel
Kopf, 1959.
Gouache
Schätzung:
€ 18.000
Ergebnis:
€ 39.040

(inkl. 22% Käuferaufgeld)

Gouache und Kreide auf Papier, auf Hartfaserplatte aufgezogen
Rechts unten signiert und datiert. 50 x 65,5 cm (19,6 x 25,7 in)

Die Authentizität der Arbeit wurde von Herrn Jan Nieuwenhuizen Segaar, Antwerpen, bestätigt. Mit einer schriftlichen Expertise der Appel Foundation, Amsterdam, vom 8. Juni 2010.

PROVENIENZ: Arte Galleria, Ancona/Italien.
Privatsammlung Norddeutschland.

Von 1942 bis 1944 studiert Karel Appel an der Reichsakademie in Amsterdam, wo er Corneille kennenlernt. Zusammen mit Constant und Corneille gründet er 1948 die "Groupe Experimental Hollandais". Noch im gleichen Jahr wird die Künstlervereinigung "COBRA" durch Dotremont, Noiret, Jorn, Constant, Corneille und Appel ins Leben gerufen. Für die Kantine des Amsterdamer Rathauses entwirft Karel Appel sein erstes Auftragswerk, das Wandbild "Fragende Kinder" (1949/50), welches empörte Reaktionen auslöst. Bereits 1950 verlässt der Künstler Amsterdam und schließt sich in Paris gemeinsam mit Dubuffet und Fautrier avantgardistischen Strömungen an.

Unter dem Einfluss der naiv-grotesken "Art brut" eines Jean Dubuffet kristallisiert sich schon früh Karel Appels spezifische Bildsprache heraus. Sie ist durch primitivistisch angelegte Figurationen, pastosen Farbauftrag und leuchtende Farbigkeit gekennzeichnet. Um 1958 wendet sich der Künstler mehr dem informellen Farbauftrag zu, so dass die Gesichter und Figuren hinter den Spuren einer heftigen Gestik verschwinden. So bringt er die von ihm propagierte Spontaneität wirkungsvoll zum Ausdruck.

1958 entstehen die Wandmalereien für den Niederländischen Pavillon der Weltausstellung in Brüssel sowie für das UNESCO-Gebäude in Paris. Im Zusammenhang mit der Ausstellung "Vitalità nell'arte" dekoriert Appel einen Saal mit einer Stoff-Collage im Centro Internazionale delle Arti e del Costume im Palazzo Grassi in Venedig. 1964 erwirbt Appel Schloss Molesmes bei Auxerre, dort widmet er sich großen polychromen Reliefs und freistehenden Figuren aus Holz und Polyester. 1984 erhält er den "Grand Prix du Salon" beim XXIX. Salon de Montrouge in Paris. Zusammen mit Allen Ginsberg und Gregory Corso arbeitet er 1991 an der "Poetry-Painting Series". 1994/95 widmet sich Appel hauptsächlich der Bühnengestaltung an der niederländischen Oper. [SM].




249
Karel Appel
Kopf, 1959.
Gouache
Schätzung:
€ 18.000
Ergebnis:
€ 39.040

(inkl. 22% Käuferaufgeld)