Auktion: 343 / Kunst nach 45 / Zeitgenössische Kunst am 04.12.2008 in München Lot 618

 
Otto Piene - Kleine Sonne


618
Otto Piene
Kleine Sonne, 1963.
Öl
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 48.800

(inkl. 22% Käuferaufgeld)

Kleine Sonne. 1963/64.
Öl und Rauch auf Leinwand.
Auf dem Keilrahmen signiert, datiert und betitelt. 59,7 : 79,6 cm (23,5 : 31,3 in). Otto Piene wird 1928 im westfälischen Laasphe geboren und wächst in Lübbecke auf. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft beginnt Piene im Alter von 20 Jahren mit seinem Studium an der Blocherer Schule und an der Kunstakademie in München. Zwei Jahre später wechselt er an die Düsseldorfer Kunstakademie, wo er bis 1953 eingeschrieben ist. Danach folgt ein vierjähriges Philosophiestudium an der Universität Köln. Ab Mitte der fünfziger Jahre beginnt Piene, sich künstlerisch mit dem Element Licht auseinanderzusetzen. Die Arbeiten präsentiert er ab 1955 in Gruppenausstellungen und 1959 in einer Einzelausstellung, die die Galerie Schmela in Düsseldorf ausrichtet. 1957 gründet Piene zusammen mit Heinz Mack die Gruppe "ZERO", der sich auch Günther Uecker anschließt. Mit den beiden anderen Künstlern gibt Piene bis 1961 auch das gleichnamige Magazin heraus. In der Zeit von 1961 bis 1966 veranstaltet die Gruppe zahlreiche "ZERO"-Ausstellungen. Es folgt eine Lehrtätigkeit an der University of Pennsylvania, die Piene vier Jahre lang ausübt.

Seit Ende der 1950er Jahre ist das Feuer das bestimmende Wirkungselement in der Kunst Otto Pienes. Feuer und Rauch werden mit ihren auf dem Bildgrund verbleibenden Spuren für den Künstler zu autonomen Gestaltungsmitteln, um die eigene künstlerische Handschrift überwinden zu können. "Ich würde gern noch mehr in den Hintergrund treten, meine Individualität als Autor noch weniger spürbar werden lassen, eine Kraft wie das Licht noch souveräner wirken lassen, damit die Materialität noch weiter aufgehoben und noch größere Freiheit gewonnen wird." (zit. nach: Udo Kultermann, in: Otto Piene. Retrospektive 1952-1996, Ausst.Kat Kunstmuseum Düsseldorf 1996, S. 27). Es sind die uralten Dualitäten von Licht und Dunkelheit, Erkenntnis und Ignoranz, Erneuerung und Vergehen, die der Künstler in diesen Arbeiten, die zu den bedeutendsten innerhalb der "ZERO"-Gruppe gehören, in beeindruckend authentischer Weise sichtbar zu machen vermag.

Bereits 1967 findet eine erste Retrospektive von Pienes Werken im Museum am Ostwall in Dortmund statt. Ab 1972 hat er eine Professur für Umweltkunst am Massachusetts Institute of Technology (M.I.T.) in Cambridge/USA inne, von 1974 bis 1993 ist er Direktor des Center for Advanced Visual Studies (CAVS). 1990 wird der Künstler Mitglied im Beirat des Zentrums für Kunst und Medien in Karlsruhe. Ab 1994 ist er Direktor emeritus am CAVS. Otto Piene lebt und arbeitet in Düsseldorf, Cambridge und Groton, Massachusetts. [NB]

PROVENIENZ: Sammlung Helga und Walther Lauffs, Krefeld (1970 erworben bei Galerie Ursula Lichter, Frankfurt).
Privatsammlung Süddeutschland.
AUSSTELLUNG: Sammlung Helga und Walther Lauffs - Amerikanische und europäische Kunst der sechziger und siebziger Jahre, Kaiser Wilhelm Museum Krefeld, 1983-84, Kat.Nr. 269 (mit Abb.).

Guter Gesamteindruck. Ecken minimal wellig, Kanten partiell minimal berieben. Mit vereinzelten kleinen Unebenheiten in der Leinwand, partiell mit geringfügigem Craquelé. Mit wenigen winzigen Fleckchen, wohl atelierbedingt. Links oben mit einer winzigen Retusche.




618
Otto Piene
Kleine Sonne, 1963.
Öl
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 48.800

(inkl. 22% Käuferaufgeld)