Auktion: 330 / Modern Art / Kunst nach 45/ Seitenwege am 05.12.2007 in München Lot 319

 
Dieter Krieg - ohne Titel (6/29)


 
319
Dieter Krieg
ohne Titel (6/29), 1971.
Acryl
Schätzung:
€ 10.000
Ergebnis:
€ 14.400

(inkl. 20% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung

ohne Titel (6/29). 1971.
Acryl auf Leinwand.
Auf dem Keilrahmen signiert und datiert. 230 x 100 cm ( 90,5 x 39,3 in).

PROVENIENZ: Sammlung Prof. Robert Häusser (direkt vom Künstler erworben).

Ausstellung: Dieter Krieg, Galerie Der Spiegel, Köln (auf dem Keilrahmen mit dem Etikett).
Dieter Krieg, Kunsthalle am Steubenplatz, Darmstadt/Westfälischer Kunstverein Münster/Kunsthalle Bielefeld, April - September 1972, Kat.Nr. 25 (mit Abb.).
Vier deutsche Künstler in Stockholm, Galleriet, Kulturhuset Stockholm, 18.12.1974-02.02.1975, Kat.Nr. 68, S. 23.
Große Kunstausstellung, Haus der Kunst, München, 12.6.-26.9.1976, Kat.Nr. 1028 (auf dem Keilrahmen mit zwei Etiketten).
Dieter Krieg - Bilder 1966-1983, Badischer Kunstverein, Karlsruhe, 18.1.-4.3.1984.

LITERATUR: Dieter Krieg. Arbeiten 1965 - 1993, Bd. 1, Die Hochformate, Stuttgart 1993, S. 39 (mit Abb.).

Dieter Krieg studiert von 1958 bis 1962 als Schüler von HAP Grieshaber und Herbert Kitzel an der Kunstakademie in Karlsruhe. Er gehört - nicht zuletzt dank seiner Lehrer - von Beginn an zu den stärksten und eigenwilligsten Malern seiner Generation. Zusammen mit Horst Antes und Walter Stöhrer zählt Krieg zu den Vertretern der "Neuen Figuration", die dem zu dieser Zeit vorherrschenden Primat der Abstraktion die Darstellung der menschlichen Figur entgegensetzen. Bereits 1966 erhält er den Deutschen Preis der Jugend in Baden-Baden, dem weitere Preise und Ehrungen folgen. So wird er wenig später mit dem Preis der Veranstalter der Biennale Danuvius 68 in Bratislava und mit den Kunstpreisen der Städte Bremen und Darmstadt gewürdigt.

Die Darstellung der menschlichen Figur tritt in Kriegs Schaffen Anfang der 1970er Jahre in den Hintergrund. Sie wird von schlichten Gegenständen verdrängt, Käfigen und Wannen etwa, die, als Grisaille realisiert, darstellerische Perfektion mit einer bewussten und gewollten Öde verbinden. Diese Bilder wollen alles sein, nur nicht glanzvoll. Es sind Idole des Unbeachteten und Übersehenen, die grau und glatt dem Betrachter entgegengestellt werden. Wie alle diese Arbeiten lässt auch unser "Käfig" im Betrachter Erinnerungen an schon Gesehenes aufsteigen, die ihm das Bild näher bringen, um sogleich von befremdenden Details, wie etwa funktionslos angeordneten Stangen, wieder zurückgestoßen zu werden. In dieser Mischung aus Greifbarem und Illusion, aus Bekanntem und Verstörendem, liegt der Reiz dieser Bilder, die den Betrachter immer wieder von Neuem herausfordern, ohne dabei ihren doppelbödigen Sinn jemals ganz preiszugeben.

Im Anschluss an seine Teilnahme an der Biennale in Venedig erhält Krieg 1978 eine Professur an der traditionsreichen Kunstakademie in Düsseldorf, die er fast 25 Jahre innehat. Auszeichnungen, wie der Karl-Stöhrer-Preis 1985 und der Hans-Thoma-Preis des Landes Baden-Württemberg 1993, gehören zu den zahlreichen Würdigungen der folgenden Jahre. Dieter Krieg verstirbt am 26. November 2005. Posthum erhält er 2006 den Preis der Cologne Fine Art. [ME]

Zustand: Guter Gesamteindruck. Minimal angeschmutzt.

319
Dieter Krieg
ohne Titel (6/29), 1971.
Acryl
Schätzung:
€ 10.000
Ergebnis:
€ 14.400

(inkl. 20% Käuferaufgeld)