Auktion: 300 / Klassiker des XX.Jahrhunderts am 02.06.2006 Lot 101

 
Rupprecht Geiger - OE 245

101
Rupprecht Geiger
OE 245, 1957.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 35.000
Ergebnis:
€ 52.360

(inkl. 19% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung

OE 245. 1957.
Öl auf Leinwand.
Dornacher/Geiger 191. Verso signiert und datiert. Auf dem Keilrahmen betitelt und hs. bezeichnet. 95 x 90 cm ( 37,4 x 35,4 in).

Ausstellung: Deutscher Künstlerbund, 9. Ausstellung, Städtisches Museum Wiesbaden, Gemäldegalerie, Wiesbaden 1959 (auf dem Keilrahmen mit dem Etikett).
Rupprecht Geiger, Galleria La Medusa, Rom 1960, Nr. 32 (auf dem Keilrahmen mit dem Etikett).

Geiger tritt 1926 in die Architekturklasse von Eduard Pfeiffer an der Kunstgewerbeschule in München ein und absolviert 1935 das Abschlussexamen. Fortan arbeitet er in einem Münchner Architekturbüro, bis er 1940 an die Front in Russland eingezogen wird. In dieser Zeit entstehen dunkeltonige Landschaftsaquarelle. Nach Kriegsende wird Geigers erstes abstraktes Bild im "Salon des Réalistes Nouvelles" 1948 in Paris ausgestellt. Ein Jahr später gründet er zusammen mit Baumeister, Matschinsky-Denninghoff und Winter die Gruppe "ZEN 49". In den fünfziger Jahren findet der Künstler den für ihn kennzeichnenden Stil.

Seine Bilder zeichnen sich durch strenge geometrische Abstraktionen aus, die vor allem im Frühwerk Ankläge an Gegenständliches aufweisen. Zu Beginn der 1950er Jahre ruft seine Malerei nur noch vage Assoziationen an Landschaftliches hervor. Die Vereinfachung der Formen führt dabei aber nicht zu einem kontruktivistischen Stil, sondern lässt die Farbe in den Vordergrund treten. Diese ist für Geiger ein ebenso grundlegendes Element wie Feuer, Wasser, Luft und Erde. Sie ist das Thema und gleichzeitig das Motiv seiner Malerei. "Wenn ich male, möchte ich mich allein mit der Farbe befassen können. Eine klare Vorstellung davon, wie sich die Farbe entwickeln soll, wird durch die Flächenskizzen gestützt. Ein formaler Anhalt, wie ihn etwa eine gerade Kante am Rande des Bildes bietet, genügt vollkommen - ich kann mich dann schon unbelastet nur der Farbstimmung widmen, die mich gerade erregt" (Geiger, in: Rupprecht Geiger, Ausst.Kat. Kestner-Gesellschaft, Katalog 8, Hannover 1967, S. 38). Als ein wichtiges Werk dieser Schaffensperiode zeigt unser Gemälde von 1957 die ruhige Form und die intensive farbige Leuchtkraft, die hier meditativen Charakter annimmt.

1962 gibt Geiger seine Tätigkeit als Architekt ganz auf, um sich ausschließlich der Malerei zu widmen. 1965 wird er als Professor an die Düsseldorfer Akademie berufen und nimmt die dortige Lehrtätigkeit bis 1976 wahr. Rupprecht Geiger lebt und arbeitet derzeit in München. Mit seinen abstrakten Farbkompositionen ist er einer der Hauptvertreter der Farbfeldmalerei in Deutschland. [LB]

101
Rupprecht Geiger
OE 245, 1957.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 35.000
Ergebnis:
€ 52.360

(inkl. 19% Käuferaufgeld)